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Gesundheitsexperten für Wahlfreiheit bei Krankenkassen

Die Gesundheitsexperten Bert Rürup und Karl Lauterbach unterstützen grundsätzlich die von der SPD angepeilte Wahlfreiheit zwischen gesetzlicher (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV). „Das hat im Prinzip Sinn“, sagte Rürup am Mittwoch im ZDF.

dpa BERLIN. Die Gesundheitsexperten Bert Rürup und Karl Lauterbach unterstützen grundsätzlich die von der SPD angepeilte Wahlfreiheit zwischen gesetzlicher (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV). "Das hat im Prinzip Sinn", sagte Rürup am Mittwoch im ZDF.

Er wies zugleich darauf hin, dass eine Wahlfreiheit im Gesundheitssystem "das Ende der gegenwärtigen PKV" bedeute. Die SPD strebt ein solches Modell im Rahmen der geplanten Bürgerversicherung an.

Lauterbach sagte im RBB-Inforadio, einen "Wettbewerb zu gleichen Bedingungen zwischen Privat und Gesetzlich" würde er befürworten, "weil er die Kosten senken würde und die Qualität erhöhen könnte." Allerdings müssten alle an einem Risikostruktur-Ausgleich teilnehmen.

Grünen-Fraktionsvize Thea Dückert wies Darstellungen zurück, es gebe in ihrer Partei unterschiedliche Ansichten über die Zukunft der privaten Krankenversicherung. "Der Dissens existiert nicht", sagte sie der dpa in Berlin. Medienberichte, sie plädiere für die Abschaffung der Privat-Assekuranz, seien "Fehlinterpretationen".

Sie teile die Aussage ihrer Fraktionskollegin und gesundheitspolitischen Sprecherin der Grünen, Birgitt Bender, die gleiche Spielregeln für gesetzliche und private Kassen bei Einführung einer Bürgerversicherung fordert. Dies bedeute allerdings, dass die privaten Krankenversicherungen sich für alle Bürger öffnen und auf Risikoselektion verzichten müssten. "Die Privaten werden sich umorientieren müssen", sagte Dückert.

Sie räumte ein, dass es bei der Bürgerversicherung noch viele ungelöste Probleme gebe. So sei zu klären, wie der Übergang für die derzeit rund zehn Mill. Privatversicherten gestaltet werden müsse. Die privaten Krankenkassen hatten die SPD-Überlegungen als Weg in die Einheitskasse abgelehnt. SPD-Chef Franz Müntefering hatte klar gestellt, es seien noch keine Entscheidungen gefallen.

Das Vorstandsmitglied der Deutschen Angestellten-Krankenkasse, Herbert Rebscher, bezeichnete die Überlegungen zu einer freien Kassenwahl als "zum Scheitern verurteilt". Er sagte der "Berliner Zeitung": "Man kann gesetzliche und private Krankenversicherung nicht mischen. Das funktioniert nicht, weil die eine auf dem Solidarprinzip beruht und die andere auf dem individuellen Versicherungsschutz." Ähnlich äußerten sich auch Vorstände privater Krankenkassen.

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