Gesundheitsministerin sieht Ungleichgewicht
Hürden auf dem Weg in die private Krankenversicherung

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt will den Neuzugang zu privaten Krankenversicherungen erschweren. Das Ziel: Sie will junge Gutverdiener länger in der Gesetzlichen halten.

vwd BERLIN. "Gut verdienende junge Menschen", die am Anfang ihres Berufslebens stünden, sollten länger in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben, erläuterte Schmidt ihren Vorstoß. Daher solle für neu zu schließende Versicherungen die Einkommensgrenze für die Versicherungspflicht in den gesetzlichen Kassen erhöht werden. Auf diese Weise solle das Gleichgewicht zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung wieder hergestellt werden.

Die Änderung soll nach Angaben des Ministeriums nach der Bundestagswahl in Zusammenhang mit weiteren Reformen im Gesundheitswesen angegangen werden. Schmidt begründete ihren Vorschlag in einer Rede vor der Friedrich-Ebert-Stiftung mit dem wachsenden Missverhältnis zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung. Im Jahr 2000 seien 176.400 Menschen von der gesetzlichen zu einer privaten Versicherung gewechselt, im vergangenen Jahr seien es bereits 212.700 Menschen gewesen. Versicherungspflichtgrenze und Beitragsbemessungsgrenze, die bislang identisch bei einem Einkommen von 3.375 EUR monatlich liegen, sollen demnach im Rahmen der Änderungen entkoppelt werden.

Protest kam vom Verband der privaten Krankenversicherung. Schmidt wolle die Wahlfreiheit der Versicherten massiv einschränken, kritisierte der Verband. Die privaten Krankenversicherungen würden "von einem großen Teil ihres Nachwuches abgeschnitten", was zu Beitragserhöhungen führen werde.

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