Gesundheitsministerin soll bereits Bereitschaft signalisiert haben
Privatversicherer wollen Rückkehr zu gesetzlichen Kassen versperren

Der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) hat die Bundesregierung aufgefordert, Privatversicherten die Rückkehr zu den gesetzlichen Krankenkassen ganz zu versperren.

HB/dpa BERLIN. So sollten bei der geplanten Gesundheitsreform die letzten Schlupflöcher gestopft werden, erklärte Verbandsdirektor Volker Leienbach. Im Gegenzug wollen die Privatversicherungen den betroffenen Versicherten besondere Tarife anbieten, die ihrer sozialen Lage gerecht würden.

Den Angaben zufolge verlieren die Privatversicherer jedes Jahr etwa 150 000 Mitglieder an die gesetzlichen Kassen. Bisher können Privatversicherte noch zu den gesetzlichen Kassen zurückkehren, wenn ihr Einkommen für eine bestimmte Zeit unter die Grenze von derzeit 3 375 Euro im Monat sinkt. Dies gilt etwa für Arbeitnehmer, die arbeitslos werden oder in Teilzeit gehen.

Prämie für jüngere Neuversicherte sinkt bei der Pflegeversicherung

Aber auch Berufsanfänger, die bisher über ihre Eltern privat versichert waren, können in eine gesetzliche Kasse gehen, weil ihr Einkommen unter der Mindestgrenze liegt. Auch diese möchten die Privatversicherungen künftig behalten. Die Privatversicherer wollen mit diesem Vorstoß die Pläne der SPD abwehren, Neuversicherten den Wechsel von einer gesetzlichen zu einer privaten Krankenkasse zu erschweren.

Nach Angaben des Verbandes hat Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) in dieser Frage bereits Kompromissbereitschaft signalisiert. Der Verband kündigte zugleich an, dass in der privaten Pflegeversicherung für viele Versicherte zum 1. Januar 2003 die Beiträge sinken.

So sinke die Prämie für jüngere Neuversicherte um bis zu 20 Prozent und mehr. "Ein 30-Jähriger zahlt jetzt nur noch 18,66 Euro statt bisher 23,89 Euro." Für ältere Versicherte falle die Entlastung geringer aus. Dies gelte auch für Beamte. Anders sieht es in der privaten Krankenversicherung aus. Dort drohen den fast acht Millionen Vollversicherten Anfang 2003 kräftige Beitragserhöhungen.

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