Gesunkene Kapazitätsauslastung
Konjunkturschwäche lässt BASF-Ergebnis deutlich sinken

Der Chemiekonzern BASF hat angesichts der Konjunkturschwäche im dritten Quartal deutlich weniger verdient als im Jahr zuvor und sich auch für das Jahr 2002 zurückhaltend geäußert.

Reuters LUDWIGSHAFEN. Europas größte Chemiegruppe wies am Dienstag in Ludwigshafen einen Rückgang des Betriebsergebnisses vor Sondereinflüssen um 57,1 Prozent auf 328 Millionen Euro aus und lag damit am unteren Ende der Erwartungen von Analysten. Wann der Wirtschaftsaufschwung wieder einsetze, könne derzeit niemand sagen, teilte BASF-Chef Jürgen Strube mit. Es sei aber davon auszugehen, dass es den USA gemeinsam mit seinen Verbündeten und den Opec-Staaten gelinge, die wirtschaftliche Situation zu stabilisieren. BASF richte sich aber darauf ein, dass auch 2002 ein schwieriges Jahr werde. Die BASF-Aktie gab in einem freundlichen Börsenumfeld nach.

"Das Jahr 2001 war für die gesamte Weltwirtschaft ein Ausnahmejahr", teilte Konzernchef Jürgen Strube mit. Im Gesamtjahr 2001 werde das Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen und der Umsatz deutlich unter dem aus 2000 liegen. Mit dem ausgewiesenen Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen von 328 Mill. Euro lag BASF am untersten Rand der Prognosen von Branchenexperten, die bei einer Spanne zwischen 326 und 580 Mill. Euro im Durchschnitt mit 418 Mill. Euro gerechnet hatten. Der Umsatz fiel um 21,7 Prozent auf 7,199 Mrd. Euro gesunken. Analysten hatten im Durchschnitt mit 7,570 Mrd. Euro gerechnet, die Schätzungen lagen zwischen 6,800 und 8,400 Mrd. Euro.

Gesunkene Auslastung

Zum Ergebnisrückgang im Quartal hieß es, geringere Kosten durch niedrigere Rohstoffpreise hätten den Rückgang der Verkaufspreise nicht ausgleichen können. Zudem habe die gesunkene Auslastung der Anlagen das Ergebnis belastet.

BASF hatte im laufenden Jahr Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet und seine Bereiche neu organisiert. Damit sei der Konzern gut aufgestellt, um bei einer Erholung der Konjunktur wieder an den langfristigen Aufwärtstrend beim Ergebnis anzuknüpfen, den BASF in den vergangenen Jahren erzielt habe.

Wie in den zurückliegenden Quartalen erwirtschaftete BASF auch im dritten Quartal den größten Teil seines Ergebnisses aus dem Öl- und Gasgeschäft. Hierin erwirtschaftete BASF ein Ergebnis vor Sondereinflüssen von 331 (Vorjahreszeitraum: 357) Mill. Euro. Dabei hatte der Konzern aber nach eigenen Angaben mit einem Rückgang der Ölpreise um fast 17 % im Vergleich zum Vorjahresquartal zurecht zu kommen. Den kräftigsten Ergebnisrückgang mit 91,2 % auf 15 Mill. Euro verzeichnete BASF im Segment Kunststoffe und Fasern. Auch die Veredelungsprodukte sahen einen Ergebnisrückgang von 29,4 % auf 96 Mill. Euro. Im Segment Pflanzenschutz und Ernährung weiteten sich die Verluste auf ein Minus von 113 (minus 26) Mill. Euro aus. Bei den Chemikalien erwirtschaftete BASF ein Ergebnis von 119 (146) Mill. Euro.

Unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen Bedingungen sei entschlossenes Handeln nötig, hieß es weiter. BASF hatte bereits vor einigen Monaten angekündigt, die Investitionen auf das Niveau der Abschreibungen zurückzuführen. Bereits 2002 sollen dadurch die Investitionsmittel um 400 Mill. Euro sinken. Auch prüfe BASF gegenwärtig, wegen der deutlich gesunkenen Kapazitätsauslastung einige Anlagen an großen Standorten für eine begrenzte Zeit zu schließen. Für die gesamten Maßnahmen fielen nach BASF-Angaben im ersten Halbjahr Einmalkosten von 620 Mill. Euro an. Für das Gesamtjahr 2001 sei dadurch mit Sonderbelastungen von 850 Mill. Euro zu rechnen.BASF teilte ferner mit, bis Ende September für 934 Mill. Euro 21,7 Mill. Aktien zu einem Durchschnittskurs von 43,05 Euro je Aktie zurückgekauft zu haben.

ABN Amro stuft BASF-Aktien auf "reduzieren"

"Im Kern haben Öl und Gas den Tag gerettet", sagte Jonathan Tyler, Chemieanalyst der Investmentbank Bear Stearns, zu den Quartalszahlen. Bereits im zweiten Quartal hatte Öl- und Gas bei BASF mehr als die Hälfte zum Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen beigetragen. Nach Einschätzung von Themis Themistocleous von der Investmentbank UBS Warburg lagen die Zahlen noch im Rahmen der Erwartungen. "Sie haben gesagt, dass der Ausblick schwierig ist, was nicht überrascht", merkte Themistocleous an. Die niederländische Bank ABN Amro stufte die BASF-Aktien auf "reduzieren" zurück und gab als Kursziel 35 Euro an.

Die BASF-Aktie notierte am Dienstagvormittag in einem freundlichen Börsenumfeld mit 39,99 Euro 0,45 % unter ihrem Vortagesschluss.

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