Gesunkene Preise locken zum Einstieg
Kursrückgang am Neuen Markt ist vorerst gestoppt

Ob der gestrige Tag an der Frankfurter Wachstumsbörse bereits wieder einen Wendepunkt zum Besseren markiert hat, kann niemand mit absoluter Bestimmtheit sagen. Positiv ist aber sicher, dass es trotz anhaltender Verluste in der vergangenen Woche nicht zu Panikverkäufen gekommen ist. Diese Gefahr besteht bekanntlich besonders am Neuen Markt, der zu Übertreibungen nach oben wie nach unten neigt. Beflügelt wurden die Kurse zum Wochenauftakt vom Ifo-Geschäftsklimaindex, der erstmals seit langem im Monatsvergleich wieder gestiegen ist. Das Klima ist zwar noch immer nicht gut, doch die Ergebnisse signalisieren, dass sich die Wirtschaftslage stabilisiert. Freundlich zeigte sich nach einem verhaltenen Start auch die US-Technologiebörse Nasdaq, was dem Neuen Markt zusätzlich Halt gab.

FRANKFURT/M. Deutlich nach oben ging es mit Morphosys. Der Wert profitierte erneut von Übernahmegerüchten, die die Aktie bereits im Oktober von rund 20 Euro auf damals 80 Euro getrieben hatten. Aktueller Anlass für die Spekulation war die Meldung, dass das US-Biotech-Unternehmen Amgen den Konkurrenten Immunex übernommen hat. Dies wurde an der Börse als ein Zeichen für eine Konzentration der gesamten Branche gewertet. Auch Morphosys könnte dabei zum Übernahmeziel werden. Die Chance, von einem Übernahmeangebot zu profitieren, ließ Anleger zugreifen und den Morphosys-Kurs um 13,5 % auf 60,10 Euro steigen.

In der Spitzengruppe des Nemax 50 befand sich nach anhaltenden Spekulationen um die Rechte an der Fußball Champions League wieder einmal Highlight (+ 17 % auf 4.05 Euro). Die Aktien von Pfeiffer Vacuum (+ 8,4 % auf 37,40 Euro), die in der letzten Zeit deutlich an Wert eingebüßt hatten, reagierten mit Verzögerung auf die Stärkung des DVD-Anlagen-Bereichs durch die Übernahme der Multimedia Maschinery GmbH. Mit den höchsten Gewinnen im Branchenvergleich glänzten am Montag die Finanzdienstleister. DAB legte 7,2 % zu, Comdirect sogar 12,3 % und Schwergewicht Bipop-Carire 3,2 %. Dagegen ist das Vertrauen in Consors (+ 0,4 %) weiter gering.

Absolutes Schlusslicht im Markt war erwartungsgemäß Lobster. Nachdem der Anbieter von Datenspeicherlösungen am Freitag einen Insolvenzantrag angekündigt hat, stürzte die Aktie am Montag um 38 % auf 1,03 Euro. Wie es aus dem Unternehmen hieß, soll das Geschäft weitergeführt werden. Außerdem gebe es Gespräche mit einigen potenziellen Investoren. Kräftig abwärts ging es auch mit SER (- 18 %). Die Firma will eigene Aktien verkaufen, was als Hinweis auf eine äußerst angespannte Finanzlage gewertet wurde. Bessere Nachrichten kamen dagegen von Emprise und GAP. Emprise gewannen nach einer leichten Anhebung der Umsatzerwartung für dieses Jahr 9 %, GAP legten nach der Bekanntgabe zweier Asienaufträge 25 % zu.

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