Geteiltes Echo
China feiert Olympia als „glorreichen Erfolg“

China hat die Olympischen Spiele als "glorreichen Erfolg" gefeiert. Sie seien eine "Goldgrube für Chinas Prestige". Der Rest der Welt sprach von einer Demonstration des Potenzials der aufstrebenden Weltmacht.

HB PEKING. "China hat sich mit den Olympischen Spielen in Peking die Stellung als eine Großmacht gesichert", kommentierte die japanische Zeitung "Mainichi Shimbun" den Abschluss der XXIX. Olympischen Spiele. Auch Chinas Staatsmedien sahen in der erfolgreichen Austragung der Spiele ein Zeichen der neu gewonnenen Stärke der Nation. "Die meisten Olympischen Spiele sind bisher von entwickelten Staaten ausgetragen worden, aber China hat bewiesen, das es das genauso und noch besser kann", kommentierte die Staatsagentur Xinhua. Menschenrechtsgruppen zogen eine negative Bilanz: Chinas Regierung habe die Spiele für ihre Zwecke missbraucht.

Chinas Staatsrat wertete den Spitzenplatz der chinesischen Athleten in der Goldmedaillenwertung als "historischen Durchbruch und ein neues Kapitel in der Entwicklung des Sports in China". Einige chinesische Kommentatoren zogen aber nüchtern eine gemischte Bilanz.

Der bekannte Sportexperte Han Qiaosheng wies in der Zeitung "Xinjingbao" darauf hin, dass China in den Mannschafts-Ballsportarten immer noch Schwächen habe. Die größte Kluft zwischen China und den USA, die in Peking ihren Spitzenplatz in der Gold-Wertung abgeben mussten, tue sich weiter in der Leichtathletik und im Schwimmen auf. China habe hier nur acht Medaillen gewonnen - darunter einmal Gold.

Die Pekinger Zeitung "Xinjingbao" fand, dass die Spiele die Erwartungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) "bei weitem übertroffen haben". "Peking ist der beste Olympia-Gastgeber der vergangenen hundert Jahre gewesen", schrieb die Zeitung "Beijing Qingnianbao" überschwänglich. "Erstklassige Einrichtungen, erstklassige Organisation - das ist es, was über die Spiele in Peking gesagt wird", kommentierte die englischsprachige Tageszeitung "China Daily". "Die Spiele sind der historische Höhepunkt von drei Jahrzehnten Öffnung", schrieb der Kommentator. "Es war auch eine Gelegenheit für die Welt, China mit neuen Augen zu sehen."

Die japanische Zeitung "Nikkei" stellte fest: "Dass China die meisten Goldmedaillen geholt hat, spiegelt wahrscheinlich Chinas Aufstieg zu einer großen Wirtschaftsmacht wider, aber auffallend war auch, dass China in punkto Menschenrechte, Pressefreiheit sowie Demokratisierung anders abschneidet." Die Geschäftsführerin Sharon Hom von der Menschenrechtsgruppe Human Rights in China (HRiC) meinte: "Die sorgfältig verputzte Fassade kann nicht den Polizeistaat verbergen, der auf den Menschenrechten herumtrampelt." Die "New York Times" verlieh der kommunistischen Parteiführung in der Kategorie "Management eines autoritäten Images" eine Goldmedaille.

"Peking bekam, was es durch diese weltweit im Fernsehen übertragene Spektakel wollte. Es erntete eine riesige Goldgrube für sein Prestige, die es mit Sicherheit dafür nutzen wird, seinen internationalen Einfluss auszubauen, und, so fürchten wir, den Druck im Land zu verschärfen", kommentierte die "New York Times". China habe diese Gewinne eingefahren, ohne irgendwelche Konzessionen dafür anzubieten. Wenn es die politische Verfolgung verschärft habe, statt zu lockern, "hat ein kraftloses IOC kaum einen Protest von sich gegeben". Die meisten Führer der Welt, darunter Präsident George W. Bush, der wie rund 80 andere Staats- und Regierungschefs an der Eröffnungsfeier teilgenommen hatte, hätten sich "fast ähnlich mitschuldig gemacht".

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