Geteiltes Echo in Frankfurt
Ab 1. März gilt erweitertes Regelwerk am Neuen Markt

Heute tritt die Erweiterung des Regelwerks für den Neuen Markt der Frankfurter Börse in Kraft, wonach Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder Käufe und Verkäufe von Aktien des eigenen Unternehmens anzeigen müssen. Spätestens nach drei Tagen müssen Erwerb oder Verkauf von Aktien mitgeteilt werden, wie es in den jüngst von der Börse vorgelegten neuen Regeln heißt.

Reuters FRANKFURT. Bei Missachtung dieser Meldepflicht drohen Sanktionen, die von einer Abmahnung bis zum Ausschluss des Unternehmens aus dem Neuen Markt reichen. Mit den neuen Regeln will die Börse nach eigener Darstellung mehr Transparenz am Wachstumssegment schaffen.

Aus ähnlichen Motiven fordert die Börse auch ab dem ersten Quartal dieses Jahres, dass die im Deutschen Aktienindex (Dax) und dem Nebenwerte-Index MDax notierten Firmen Quartalsberichte vorlegen.

Die Erweiterung der Regelung zur Offenlegung von Wertpapiergeschäften (Disclosure of Directors Dealings) rief ein geteiltes Echo am Finanzplatz Frankfurt hervor. Während Analysten die Neuerungen begrüßten, forderte die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) weiter gehende Vorschriften.

Nach Ansicht der Aktionärsvertreter sollten Kauf und Verkauf von Aktien durch Vostände und Aufsichtsräte vorher angekündigt und nicht erst hinterher mitgeteilt werden. Zu dem sollten die Großaktionäre in die Meldepflicht mit einbezogen werden. "Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber es bleiben so viele Lücken, dass dem Anleger noch nicht genügend Sicherheit gegeben wird", kritisierte SdK-Vorstand Markus Straub.

"Der Kreis der Betroffenen ist völlig unzureichend." So fielen Großaktionäre, die nicht dem Unternehmen angehörten, nicht unter die Meldepflicht. Zudem forderte Straub, wie in den USA üblich, eine Anmeldung von Anteilskäufen- oder Verkäufen vor der Transaktion.



Neue Regeln an der Grenze der gesetzlichen Möglichkeiten

Die Deutsche Börse ist nach Worten eines Sprechers mit der Erweiterung des Regelwerks bis an die Grenzen der gesetzlichen Möglichkeiten gegangen. Die Einbeziehung von nicht dem Unternehmen angehörenden Großaktionären in die Meldepflicht sei aufgrund des deutschen Eigentumsrechts nicht zulässig.

"Wir haben das schärfste Regelwerk für einen Wachstumsmarkt in ganz Europa", fügte der hinzu. Die Börse verlangt auch von den 100 in Dax und MDax gewichteten Konzernen künftig die Veröffentlichung von Quartalszahlen, wie es zum Beispiel in den USA bereits gang und gäbe ist. Nach Angaben der Börse haben nahezu alle betreffenden Firmen signalisiert, dass sie der neuen Vorschrift Folge leisten werden.

Der im MDax notierte Sportwagenhersteller Porsche hatte zunächst Bedenken gegen die neue Vorschrift geäußert, sich dann aber doch kompromissbereit gezeigt.
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