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Geteiltes Echo zu Bayers Kauf von Roche OTC - Kritik am PreisDPA-Datum: 2004-07-19 16:18:51

(dpa-AFX) Frankfurt - Der milliardenschwere Kauf der rezeptfreien Medikamente des Schweizer Pharmakonzerns Roche Holding < ROG.VTX > < Rho5.FSE > durch den Chemie- und Pharmakonzern Bayer < BAY.ETR > ist bei Analysten auf ein geteiltes Echo gestoßen. Die Experten bewerten den Schritt aus strategischer Sicht zwar grundsätzlich als positiv. Auf Kritik stieß jedoch der Kaufpreis. Für einige Experten liegt dieser mit 2,38 Milliarden Euro über der Schmerzgrenze.

(dpa-AFX) Frankfurt - Der milliardenschwere Kauf der rezeptfreien Medikamente des Schweizer Pharmakonzerns Roche Holding < ROG.VTX > < Rho5.FSE > durch den Chemie- und Pharmakonzern Bayer < BAY.ETR > ist bei Analysten auf ein geteiltes Echo gestoßen. Die Experten bewerten den Schritt aus strategischer Sicht zwar grundsätzlich als positiv. Auf Kritik stieß jedoch der Kaufpreis. Für einige Experten liegt dieser mit 2,38 Milliarden Euro über der Schmerzgrenze.

"Trotz der zu berücksichtigenden Kontrollprämie erscheint der Kauf überteuert", sagte Analyst Dennis Nacken von Helabatrust. Die "strategisch sinnvolle Übernahme" habe einen "stolzen Preis". So habe Bayer auf Basis der Zahlen von 2003 das 2,4fache des Umsatzes oder das 12,5fache des operativen Ergebnisses (Ebitda) bezahlt. Eine übliche Bewertung liege unterdessen bei gut dem 10fachen des Ebitda.

Deutlich Über Branchenüblicher Bewertung

Auch Experte Christian Faitz von Dresdner Kleinwort Wasserstein zeigte sich über die Höhe des Kaufpreises erstaunt. Der Kaufpreis liege deutlich über der branchenüblichen Bewertung. Auch die Rating-Agenturen dürften den Konzern nach dem Kauf genau durchleuchten. Mittelfristig erscheine der Kauf zur deutlichen Stärkung des Bayer-Gesundheitsgeschäfts gleichwohl als die beste Lösung.

Analyst Swen Dopke von M.M. Warburg & Co. hält den Kaufpreis unterdessen für "nicht überteuert". Angesichts 2006 erwarteter positiver Ergebnisbeiträge erscheine der Preis als vertretbar. Darüber hinaus sei der Schritt "von herausragender strategischer" Bedeutung.

Fitch Sieht Finanzprofil Negativ Beeinflusst

Auch Analystin Silke Stegemann von der Landesbank Rheinland-Pfalz begrüßte den Kauf "aus strategischen Gesichtspunkten". Der Preis bewege sich am oberen Rand der Erwartungen. Die Finanzierung halten Dopke und Stegemann angesichts von liquiden Mitteln von 2,6 Milliarden Euro Ende des ersten Quartals für "kein Problem". Bayer selbst hatte die eigene Finanzausstattung als "solide Basis" bezeichnet.

Nach Einschätzung der Rating-Agentur Fitch wird der milliardenschwere Kauf unterdessen das Finanzprofil der Leverkusener negativ beeinflussen. Zumindest kurzfristig habe der geplante Kauf mittels frei zur Verfügung stehender Finanzmittel einen negativen Einfluss, schreibt Fitch. Bayer habe mit dem Kauf seine Umsätze in diesem Segment aber nahezu verdoppelt und durch starke Marken gefestigt. Gleichwohl sei der Kauf "nicht ohne Risiken".

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