Getrennte Gespräche
USA haben neue Nahost-Vermittlungsrunde eingeleitet

US-Außenministerin Madeleine Albright hat in New York in getrennten Gesprächen mit Vertretern Israels und der Palästinenser Chancen für ein Nahost-Friedensabkommen ausgelotet.

Reuters NEW YORK. US-Außenministerin Madeleine Albright hat in New York in getrennten Gesprächen mit Vertretern Israels und der Palästinenser Chancen für ein Nahost-Friedensabkommen ausgelotet. Wie ihr Sprecher am Donnerstag mitteilte, erbrachte eine erste Gesprächsrunde indes keinen Durchbruch. Die Konfliktparteien hätten aber Bereitschaft gezeigt, zu einer Einigung zu kommen. Deshalb würden die amerikanischen Vermittlungsbemühungen schrittweise fortgesetzt. Die USA hatten zu dem Treffen in New York eingeladen, nachdem die Palästinenser mit der Verschiebung ihrer ursprünglich für den vergangenen Mittwoch geplanten Staatsgründung den Weg für weitere Friedensgespräche freigemacht hatten.

Bis 13. September sollte eigentlich ein Nahost-Abkommen unterschriftsreif sein. Am Streit um Jerusalem, das beide Seiten als Hauptstadt beanspruchen, war eine Einigung jedoch gescheitert. Albright sprach in New York zunächst mit dem palästinensischen Delegationsleiter Saeb Erekat und traf sich am Abend mit Israels Außenminister Schlomo Ben-Ami zu einem Arbeitsessen. Ben-Ami hatte zuvor die von den USA vermittelte Gesprächsrunde auf rund zehn Tage veranschlagt. Der US-Sondergesandte Dennis Ross, der in den nächsten Tagen zu einer weiteren Vermittlungsreise in den Nahen Osten aufbrechen will, verhandelte in New York in getrennten Gesprächen mit den Konfliktparteien.

Albright sagte auf einer Pressekonferenz, die Friedensgespräche könnten im Nahen Osten oder Washington weitergeführt werden. Die USA seien bereit, beide Seiten zusammenzubringen. Sowohl Israel als auch die Palästinenser müssten jedoch Kompromisse eingehen.

Der palästinensische Unterhändler Nabil Shaath sagte, ein neues Nahost-Gipfeltreffen sei unbedingt nötig. Allerdings sollten zunächst auf einer niedrigeren Verhandlungsebene die bestehenden Differenzen ausgeräumt werden. Die Gespräche hätten sich in der Vergangenheit zudem zu stark auf die Jerusalem-Frage konzentriert. Nun sollten auch ander Themen behandelt werden wie etwa die Zukunft der palästinensischen Flüchtlinge, der künftige Status der jüdischen Siedlungen und die Grenzen eines Palästinenser-Staates.

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