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Getrübte Wochenendvorfreude

Die Umsatzwarnung bei Intel verdirbt den Anlegern die Wochenendvorfreude. Nachdem der Nasdaq Index nach drei Tagen in der Gewinnzone bereits gestern ins Minus drehte, deuten die Futures am Morgen auf einen einheitlich schwächeren Handelsstart an New Yorks Börsen.

Auch die vorbörslich veröffentlichten Arbeitsmarktdaten für Februar sorgen auf dem Parkett für bessere Stimmung. Die Arbeitslosenquote steht in den USA unverändert bei 4,2 Prozent. Die durchschnittlichen Stundenlöhne sind nicht wie erwartet um 0,3 sondern um 0,5 Prozent gestiegen. Gegenüber dem Vormonat wurden zwar weniger neue Stellen geschaffen, allerdings lagen die Zahlen über den Erwartungen. Im Februar wurden 135.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Analysten hatten durchschnittlich mit 75.000 Stellen gerechnet.



Intel

wird die Umsatzerwartungen im ersten Quartal nicht erfüllen können. Neben dem weltgrößten Chiphersteller leiden am Morgen auch Kollegen wie Texas Instruments, Broadcom und Micron unter der enttäuschenden Nachricht. Denn nicht nur Intel sondern auch den Konkurrenten dürften die geringeren Verkaufszahlen von PC-Herstellern und Telekommunikationsausrüstern zu schaffen machen. Auch an dieser Entwicklung ist die abkühlende US-Konjunktur schuld.



Der Chipgigant Intel hatte am Donnerstag nach Handelsschluss die Märkte mit einer Umsatzwarnung aufgeschreckt. Der Umsatz soll im ersten Quartal um 25 Prozent geringer ausfallen als im Vorjahr. Nun will der Chipkonzern rund 5000 Beschäftigte und damit fast sechs Prozent seiner Belegschaft entlassen. Doch diese Gegenmaßnahmen scheinen die Anleger nicht zu beruhigen.



Prudential

Securities reagierte prompt und stufte die Aktie von "akkumulieren" auf "halten" ab. Am Kursziel von 30 Dollar halten die Analysten dennoch fest. Die Experten von Lehman Brothers bestätigen die Aktie auf "Market Performer", senkt jedoch die Gewinnerwartungen für das laufende und kommende Geschäftsjahr. Die Einstufung als Marketperformer wird beibehalten.



Doch nicht nur der Chipsektor dürfte zum Wochenschluss unter Druck geraten. Auch Spekulationen um Cisco nehmen den Anlegern einen Teil der Wochenendvorfreude. Laut Gerüchten werde nun auch der weltgrößte Netzwerkausstatter Arbeitsplätze abbauen und Arbeitnehmer entlassen. Ähnlich wie Intel wolle auch Cisco rund 5000 Arbeitsplätze streichen. Die Aktie notiert vorbörslich im Minus.



Motorola

leidet am Morgen unter einer Abstufung von Brokerhaus Merrill Lynch. Die Analysten stufen die Aktie des Handy- und Chipherstellers von "langfristig kaufen" auf "langfristig akkumulieren" ab. Die Gewinnerwartungen für 2001 werden von 50 auf 15 Cents pro Aktie reduziert. Es gebe Anzeichen, dass das Geschäft mit Handys, Chips und Infrastruktur weiterhin belastet werden könnte. Auch die Credit Suisse First Boston senkt nach Gesprächen mit dem Unternehmen die Gewinnerwartungen für das laufende Jahr.



Ebenfalls unter schlechten Analystenkommentaren dürfte heute VertiacalNet leiden. Die Analysten von Lehman Brothers stufen die Aktie von "kaufen" auf "Market Performer" ab. Commerce One wird von dem Brokerhaus ebenfalls von "kaufen" auf "Market Performer" abgestuft. Daimler Chrysler wird von Prudential Securities von "halten" auf "verkaufen" abgestuft. Der wird auf Jahressicht bei 42 Dollar pro Aktie gesehen.

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