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Getrübter Handelsstart

Die Unsicherheit über die anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank sorgten für einen verhaltenen Handelsstart. Sowohl der Dow Jones als auch der Nasdaq Index notieren nach den neusten Gewinnwarnungen und Analystenkommentaren in der Verlustzone.

Die jüngsten Wirtschaftsdaten entschärfen die Lage

ein wenig. Sie deuten auf die Erholung der US-Konjunktur: also das, worauf die Marktteilnehmer seit fünf Zinssenkungen bisher vergeblich warten.

Das Konsumentenvertrauen stieg im Juni auf 117,9 und damit stärker als erwartet. Die Mehrheit der Experten hatte mit einem Rückgang auf 114,5 gerechnet. Damit nimmt das Vertrauen der US-Verbraucher in die Entwicklung ihrer Wirtschaft wieder zu. Steigende Ausgaben dürften die Folge sein. Bereits vorbörslich hatten die jüngsten Daten zur Auftragslage für langlebige Wirtschaftgüter diese Entwicklung angedeutet. Der Indikator fiel im Mai mit einem Anstieg um 2,9 Prozent besser aus als erwartet. Die Mehrzahl der Experten hatte mit einem Rückgang um 0,3 Prozent gerechnet. Nimmt man den Bereich Transport heraus, stiegen die Aufträge für langlebige Güter im vergangenen Monat um 2,7 Prozent. Die Experten hatten in diesem Fall mit einem Rückgang von 0,1 Prozent gerechnet. Noch im April war das Auftragsvolumen für langlebige Güter um 5,5 Prozent zurückgegangen.

Doch die Zuversicht, die die Wirtschaftsdaten spenden, nehmen den Anlegern die Gewinnwarnungen im Broker- und Chipsektor. Bereits am Montagabend warnte Halbleiter-Urgestein Applied Micro Circuits vor enttäuschenden Quartalsdaten und gab deutlich revidierte Prognosen aus, die den gesamten Technologie-Sektor belasten. Auch Chiphersteller PRI Automation belastet die Stimmung mit einer Umsatzwarnung. Applied Micro Circuits verliert über zehn Prozent an Wert. Intel, Texas Instruments und Micron Technologies notieren ebenfalls schwächer. Doch damit nicht genug. Das Brokerhaus Lehman Brothers reduziert die Gewinnerwartungen für Cisco Systems, Vitesse und PMC Sierra. Alle drei Werte notieren ebenfalls schwächer.

Gutes Wetter versucht dagegen Abby Joseph Cohen, Staranalystin von Goldman Sachs, auf dem High-Tech-Sektor zu verbreiten. Sie empfiehlt Anlegern nun in Technologiewerte zu investieren. So sei IBM laut Cohen ein sicherer Wert, zumal der Computerkonzern weithin versucht, die Produktion durch Outsourcing weiter zu optimieren und zu die Kosten zu senken. Serverhersteller Sun Microsystems sei in diesem Sinne auch ein Schnäppchen. Die Aktie notiere zur Zeit auf dem niedrigsten Stand seit einigen Jahren. Doch ob Cohen recht hat muss sich zeigen. Die nach wie vor schwache Wirtschaftslage in Europa und der starke Dollar dienen den Technologiewerten nicht als Ausgleich zur kränkelnden US-Konjunktur.

Ein Opfer der schwachen Wirtschaftslage ist auch Merrill Lynch. Das Brokerhaus veröffentlichte am Morgen eine Gewinnwarnung. Das US-Brokerhaus wird nur 57 Cents pro Papier ausweisen können. Auch das dritte Quartal werde voraussichtlich schwach verlaufen. Das Investmenthaus versuche der Entwicklung aber weiterhin mit Hilfe verstärkter Kostenkontrolle und effizienterem Einsatz der Mittel entgegen zu wirken. Probleme beim Aktien- und Anleihengeschäft werden als Begründung für den Einbruch angeführt. In der vergangenen Woche hatten mehrere Brokerhäuser ihre Quartalszahlen gemeldet, die in den meisten Fällen über den Erwartungen ausgefallen waren. Die Papiere von Merrill Lynch, J.P. Morgan und Goldman Sachs notieren schwächer.

An der Kostenschraube setzt auch International Paper an. Der weltgrößte Papierhersteller will 3000 Arbeitsplätze abbauen. Damit zieht der Konzern die Konsequenzen aus dem schlechten Marktumfeld. Zu hohe Produktionszahlen, daraus resultierender Preisverfall in Kombination mit geringerer Nachfrage schadeten dem Unternehmen bereits im vergangenen Quartal. Im ersten Quartal hatte International Paper einen Gewinneinbruch von über 90 Prozent erlitten. Konkurrent Weyerhaeuser zieht am Morgen mit schlechten Nachrichten nach. Das Unternehmen wird statt des ursprünglich prognostizierten Gewinns von mindestens 70 Cent pro Aktie nun höchstens 56 Cents pro Papier einfahren.

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