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GEW: Pisa-Ergebnis ist „Quittung für richtungslose Werkelei“

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat den Kultusministern Konzeptionslosigkeit bei der Schulreform vorgeworfen.

dpa BERLIN. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat den Kultusministern Konzeptionslosigkeit bei der Schulreform vorgeworfen.

Sollten sich die am Vortag bekannt gewordenen neuen deutschen Pisa-Ergebnisse bestätigen, dann sei dies die "Quittung für richtungslose Werkelei" und für die ständigen Verschlechterungen der Lern- und Arbeitsbedingungen in den Schulen, sagte GEW-Vorstandsmitglied Marianne Demmer in einem dpa-Gespräch.

Wenn weiter fast jeder vierte 15-jährige Schüler in Deutschland Probleme habe, selbst einfache Texte richtig zu lesen und zu verstehen, "dann muss das als Katastrophe gewertet werden", sagte die Gewerkschafterin. Niemand sollte jetzt auf die Idee kommen, "die Schuld bei Lehrern, Eltern oder Schülern zu suchen". Das GEW- Vorstandsmitglied wörtlich: "Pädagogische Aufbruchstimmung braucht einen anderen Nährboden als ihn die Kultusminister derzeit bereiten."

Zwischen der Veröffentlichung des ersten Pisa-Schultestes im Dezember 2001 und der neuen Pisa-Erhebung im Sommer 2003 seien fast 18 Monate vergangen. "Wertvolle Zeit zum Beispiel für Sofortmaßnahmen in der Lehrerweiterbildung, Zeit für ein groß angelegtes Lese- und Sprachförderprogramm vor allem in den Hauptschulen blieb ungenutzt", bemängelte Demmer. Wenn der Pisa-Koordinator Manfred Prenzel jetzt behaupte, die unbefriedigenden Mathematik-Ergebnisse seien auf mangelnde Lese- und Verständniskompetenzen zurückführen, dann müsse man sich fragen, weshalb man ein solches Trainingsprogramm nicht einmal versucht habe.

Auch bei dem zweiten weltweiten Pisa-Schultest sind nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) die deutschen Schüler in allen drei Testdisziplinen nur in der unteren Hälfte der Leistungstabelle von 31 Industriestaaten. Beim aktuellen Schwerpunkt Mathematik konnten sie sich zwar um drei Plätze verbessern und belegen jetzt den 17. Rang. Beim Lesen und Textverständnis, die Schlüsselkompetenz für das Lernen in Schule und Beruf, kommen sie dagegen nur auf Platz 20.

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