Gewalt gegen Israelis
"Niemand ist mehr sicher - nirgendwo"

Das "Paradies"-Hotel am Indischen Ozeans in Kenia galt Israelis lange als Oase des Friedens, weit weg von Terror und Gewalt im Nahen Osten. Der Traum endete brutal.

HB/dpa TEL AVIV. "Wir müssen einfach erkennen, dass niemand dem internationalen Terrorismus entkommen kann, niemand und nirgendwo", kommentierte ein israelischer Journalist das Attentat und den fehlgeschlagenen Raketenanschlag auf eine israelische Passagiermaschine. Wie zur Bestätigung griffen nur wenige Stunden später zwei palästinensische Extremisten in Beit Schean (Nordisrael) israelische Passanten mit Schnellfeuergewehren und Handgranaten an. Fünf Israelis und zwei Täter starben.

Israelische Experten machten Stunden nach den Ereignissen in Kenia die internationale Terrororganisation El Kaida verantwortlich. Der Geheimdienst Mossad wurde sofort in die Untersuchung eingeschaltet, denn nur die Gruppe um Osama bin Laden verfüge in Afrika über die Infrastruktur des Terrors, die solche Attentate überhaupt ermögliche, hieß es: "Solche Anschläge erfordern ein hohes Maß an Professionalität von den Terrorplanern" meinte ein israelischer Experte.

Das Außenministerium in Jerusalem gab sofort nach den Zwischenfällen Reisewarnungen heraus. Afrika sollten die Israelis künftig meiden, hieß es. Da half es nicht, wenn die Sprecherin der Fluggesellschaft Arkia, Magda Mali-Kalantar, im Fernsehen aus Sorge um das künftige Fluggeschäft besänftigte, bei dem Raketenangriff auf die Arkia-Maschine in Mombasa sei "doch nichts passiert".

Vor dem Attentat auf das Paradies-Hotel nördlich von Mombasa hatten die israelischen Sicherheitsdienste verschiedene Warnungen erhalten, wonach islamische Gruppen Terroranschläge auf israelische und jüdische Ziele im Ausland geplant hätten. Immerhin gab es seit den Anschlägen vom 11. September 2001 weltweit insgesamt elf Attentate oder Anschlagsversuche auf jüdische und israelische Einrichtungen. Der folgenschwerste Anschlag wurde im April auf die alte Synagoge von Dscherba verübt, bei dem 19 Menschen, darunter 14 aus Deutschland, starben.

Auch wenn nach israelischer Expertenmeinung nur El Kaida für die Taten in Kenia in Frage kommt, wird auch immer wieder auf die Gefahr durch die libanesische Hisbollah verwiesen. Immerhin wird diese von Iran unterstützte Schiiten-Organisation für den Bombenanschlag gegen das jüdische Gemeindezentrum in Buenos Aires verantwortlich gemacht, bei dem in den 90er Jahren Dutzende Menschen starben.

Niemand machte hingegen palästinensische Gruppen für die Anschläge von Kenia verantwortlich. Sie verfügten international nicht über die nötige Infrastruktur des Terrors, meinten übereinstimmend sämtliche Experten. Die Selbstbezichtigung der bisher völlig unbekannten Gruppe "Armee Palästinas" wurde deshalb in Jerusalem zunächst auch nicht zu ernst genommen. Der rechtsgerichtete israelische Außenminister Benjamin Netanjahu konnte sich den Hinweis nicht verkneifen, was geschehen könnte, wenn die Palästinenser in einem eigenen Staat in Reichweite des Flughafens von Tel Aviv kommen würden. "Heute feuern sie die Raketen auf israelische Flugzeuge, morgen auf amerikanische und britische und andere Maschinen. Dies beweist nur, dass es im Kampf gegen den Terror keine Kompromisse gibt."

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