Gewalt hält an
Palästinenser feuern drei Raketen auf Israel ab

Vom Gazastreifen aus feuerten sie auf israelisches Gebiet. Ein Israeli wurde schwer verletzt.

rtr GAZA-STADT. Palästinenser haben nach israelischen Angaben am Mittwoch zum ersten Mal seit drei Wochen Raketen aus dem Gaza-Streifen auf israelisches Gebiet abgefeuert. Zuvor war Israels Armee in der Nacht in den Gaza-Streifen vorgerückt.

Palästinenser hätten drei Raketen auf die Stadt Sderot abgefeuert, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung. Ein Israeli sei schwer verletzt worden. Bei den Militäreinsätzen im Gaza-Streifen wurden nach palästinensischen Angaben mindestens elf Palästinenser getötet. Im Westjordanland wurden zwei Palästinenser von der Armee getötet. Israel kündigte an, die "wachsende terroristische Infrastruktur im Gaza-Streifen" zu zerstören.

Eine der Raketen sei einige Meter vor dem Eingang einer Fabrik im Industriegebiet von Sderot eingeschlagen und habe einen Arbeiter verletzt, sagte der Sprecher der Stadtverwaltung. Die übrigen Raketen hätten nur leichten Sachschaden verursacht.

Die Region um Sderot wurde wiederholt von Kassam-Raketen getroffen. Die Raketen werden meist in Werkstätten im Gaza-Streifen gebaut. In der Nacht zu Mittwoch hatte die israelische Armee dort vier Metallwerkstätten gesprengt. Sie hatte vermutet, dass in den Werkstätten Waffen hergestellt würden.

Bei den Einsätzen der Armee im Gaza-Streifen wurden nach palästinensischen Angaben sieben Palästinenser getötet. Drei weitere seien in einem Haus in der Nachbarschaft zweier Werkstätten getötet worden, das wegen der Explosion einstürzte. Die Armee teilte dagegen mit, nach ihren Informationen seien zehn Palästinenser durch gezielte Schüsse getötet worden. "Wenn wir Sprengstoff einsetzen, stellen wir sicher, dass angrenzende Gebäude geräumt sind, damit niemand in Gefahr ist."

Augenzeugen berichteten zudem, ein mit einem Sprengstoffgürtel ausgerüsteter Palästinenser sei auf eine gepanzerte israelische Kolonne zugelaufen. Sicherheitskräfte hätten auf den Mann gefeuert und dabei offenbar den Sprengsatz an seinem Leib gezündet. Der Sprengstoff sei explodiert und der Mann getötet worden. Die radikal-islamische Hamas teilte mit, einer ihrer Männer habe sich in der Nähe der Kolonne in die Luft gesprengt. Der geistige Führer der Hamas, Scheich Ahmed Jassin, drohte Israel mit Vergeltung. "Der Feind wird für dieses Verbrechen bezahlen und seiner Strafe nicht entgehen", sagte er. Auf einem Trauerzug für die elf getöteten Palästinenser nahmen mindestens 60 000 Palästinenser teil. Dutzende militante Palästinenser schossen mit Gewehren in die Luft.

Im Westjordanland rückte die Armee in die Stadt Nablus ein. Zwei Palästinenser wurden Augenzeugen zufolge getötet. Die Armee verhängte eine Ausgangssperre und nahm mehrere Verdächtige fest. In Dschenin starb bei der Explosion seines Wagens ein militanter Palästinenser, der in Verbindung mit der Fatah-Organisation von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat stand. Warum der Wagen explodierte war zunächst nicht klar.

Ein Sprecher des Büros des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon sagte, Israel werde "alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, die wachsende terroristische Infrastruktur im Gaza-Streifen zu vernichten und zu verhindern, dass diese den Israelis in jedweder Form Schaden zufügen kann".

Der palästinensische Kabinettsminister Saeb Erekat nannte den israelischen Militäreinsatz einen Rückschlag für den Friedensprozess. "Die israelische Regierung allein ist verantwortlich für die Konsequenzen ihres Angriffs", sagte er.

Israel wirft der Palästinenser-Regierung vor, zu wenig gegen radikale Kräfte zu unternehmen. Seit Beginn des Palästinenser-Aufstandes im September 2000 wurden mindestens 1850 Palästinenser und 705 Israelis getötet.

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