Archiv
Gewalt im Nordirak dauert an

Im Irak dauert die Gewalt auch nach der weitgehenden Eroberung Falludschas an. In der Stadt Bedschi, 250 Kilometer nördlich von Bagdad, griff am Mittwoch ein Selbstmordattentäter einen US-Konvoi an und sprengte sich mit seinem Fahrzeug in die Luft.

dpa BAGDAD/LONDON. Im Irak dauert die Gewalt auch nach der weitgehenden Eroberung Falludschas an. In der Stadt Bedschi, 250 Kilometer nördlich von Bagdad, griff am Mittwoch ein Selbstmordattentäter einen US-Konvoi an und sprengte sich mit seinem Fahrzeug in die Luft.

Nach Angaben der britischen BBC wurden 14 Iraker getötet und 25 Menschen verwundet, unter ihnen drei US- Soldaten. Aus dem Süden von Falludscha berichteten Augenzeugen von Straßenkämpfen zwischen Soldaten und Aufständischen. Vielerorts lägen Leichen in den Straßen. Unter Berufung auf Regierungsangaben meldete die BBC, unter den Trümmern lägen die Leichen von rund 1 600 Aufständischen. Amerikanische Kampfflugzeuge flogen Angriffe auf mehrere Ziele in Osten und Süden der Stadt.

In der Nachbarstadt Ramadi starben nach Informationen des arabischen Nachrichtensenders Al-Arabija neun Iraker bei Gefechten mit US-Truppen. In der drittgrößten irakischen Stadt Mossul war die Lage dagegen ruhig. Es gebe nur noch vereinzelt kleinere Gefechte mit Aufständischen, zitierte der US-Sender CNN einen hohen Offizier.

Unterdessen kamen Zweifel an einem Bericht über die Entführung von mehreren Dutzend irakischen Polizisten auf, die auf dem Rückweg von einem Ausbildungskurs in Jordanien gewesen sein sollen. Ein Polizist hatte in Kerbela berichtet, nur er und ein zweiter Beamter seien den Geiselnehmern entkommen, die in der Nacht zum Dienstag 63 seiner Kollegen in Rutba nahe der jordanischen Grenze entführt hätten. Der Polizeichef von Kerbela sagte dagegen, er vermisse keinen seiner Männer. Die irakische Regierung teilte mit, sie prüfe die Berichte.

Am selben Tag war die wahrscheinliche Ermordung der Britin Margaret Hassan im Irak weltweit mit Entsetzen aufgenommen worden. UN-Generalsekretär Kofi Annan verurteilte die "brutale Exekution". Derartige Verbrechen gegen humanitäre Helfer seien durch nichts entschuldbar, erklärte Annan. Als Direktorin der Organisation Care im Irak sei sie eine enge Partnerin der UN gewesen und habe gemeinsam mit ihnen versucht, Not leidenden Menschen zu helfen.

Der britische Außenminister Jack Straw wies Berichte zurück, wonach im Irak seit der Invasion im März 2003 etwa 100 000 Zivilisten ums Leben gekommen sind. Straw betonte, dass allein die Zahlenangaben von irakischen Krankenhäusern verlässlich seien. Danach seien zwischen April und Oktober dieses Jahres im Irak 3 853 Zivilisten getötet und 15 517 verletzt worden. Das medizinische Fachjournal "The Lancet" hatte im vergangenen Monat berichtet, es müsse von 100 000 toten Zivilisten im Irak ausgegangen werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%