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Gewalt und Entführungen begleiten Wählerregistrierung im Irak

Der Beginn der Wählerregistrierung für die Ende Januar geplante erste freie Parlamentswahl im Irak ist am Montag von Gewalt und neuen Geiselnahmen überschattet worden. Unbekannte entführten nach Angaben des arabischen Nachrichtensenders Al-Arabija in Bagdad vier Ausländer.

dpa BAGDAD. Der Beginn der Wählerregistrierung für die Ende Januar geplante erste freie Parlamentswahl im Irak ist am Montag von Gewalt und neuen Geiselnahmen überschattet worden. Unbekannte entführten nach Angaben des arabischen Nachrichtensenders Al-Arabija in Bagdad vier Ausländer.

Bei den Opfern handele es sich um einen Amerikaner, einen Nepalesen und zwei Araber, berichtete der Sender. Die Geiselnehmer hätten das Gebäude, in dem die vier Ausländer arbeiteten, erst umstellt und unter Beschuss genommen.

Der Vizegouverneur von Bagdad wurde auf dem Weg zur Arbeit von Unbekannten erschossen. In den Aufständischen-Hochburgen Ramadi und Falludscha starben Ärzten zufolge bei Gefechten und US-Luftangriffen sechs Menschen, darunter ein Kameramann. Bei britischen Luftangriffen auf die Städte Latifija und Haswa im Südirak kamen vier Iraker ums Leben, wie es in der irakischen Nationalgarde hieß. Weitere 17 Menschen seien am Vorabend bei einem Raketenangriff auf ein Hotel in Tikrit getötet worden, berichtete der arabische Fernsehsender Al-Dschasira unter Berufung auf das US-Militär.

Bei dem Anschlag auf den Vizegouverneur von Bagdad wurden vier der Leibwächter von Hatim Kamil Abdul Fatah al-Bajati verletzt, wie aus dem irakischen Innenministerium verlautete. Zu dem Anschlag im Stadtteil Al-Dora im Süden von Bagdad bekannte sich die islamistische Extremistengruppe Ansar al-Sunna. Die Tat habe sich gegen einen der führenden Vertreter der "Ungläubigen in der irakischen Regierung" gerichtet, hieß es in einer Erklärung der Gruppe, die auf einer bekannten Islamisten-Seite im Internet verbreitet wurde.

Drei Monate vor den Ende Januar geplanten ersten freien Parlaments- und Regionalwahlen im Irak konnten sich am Montag die ersten Wähler in einem Bezirk nahe dem Regierungsviertel von Bagdad registrieren lassen. Wie die unabhängige Wahlkommission mitteilte, wird dafür wegen der bisher fehlenden Bevölkerungsdaten auf das bestehende Couponsystem der Vereinten Nationen für die Verteilung von Lebensmitteln zurückgegriffen. Dadurch sollen rund 24 Mill. Iraker erfasst werden, die als potenzielle Wähler in Frage kommen.

Am Westufer des Tigris gab es nach Augenzeugenberichten weiter Gefechte mit Aufständischen. US-Truppen und irakische Polizeikräfte hätten die als Widerstandszentrum bekannte Haifa-Straße, eine der wichtigsten Verkehrsadern der Stadt, gesperrt. Die Gefechte hatten am Vortag begonnen.

Das US-Militär versuchte nach Angaben von Al-Dschasira, in die von Aufständischen kontrollierten östlichen Stadtviertel von Ramadi einzudringen. Bei Gefechten zwischen den Rebellen und dem US-Militär wurden nach Angaben von Ärzten vier Menschen getötet - darunter ein Kameramann der Nachrichtenagentur Reuters und eine Frau. In Falludscha seien zwei irakische Zivilisten bei US-Luftangriffen getötet und zwei weitere verletzt worden. Viele Bewohner von Falludscha hätten aus Angst vor einem US- Großangriff auf die Stadt inzwischen ihre Häuser verlassen, hieß es.

Das Schicksal einer im Irak entführten Polin war am Montag weiter unklar. Die von islamischen Extremisten entführte Frau hatte in einem am Wochenende veröffentlichten Video um ihr Leben gefleht. Der ebenfalls verschleppte Japaner Shosei Koda war von seinen Emntführern enthauptet worden. Seine Leiche wurde am Samstag entdeckt. In der vergangenen Woche hatte die ebenfalls von Terroristen im Irak entführte Britin Margaret Hassan in einer zweiten Video-Botschaft an Premierminister Tony Blair appelliert, die Forderung ihrer Kidnapper nach Abzug der britischen Truppen zu erfüllen.

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