Gewaltschutzgesetz verabschiedet
Hausverbot für prügelnde Männer

Misshandelte Frauen genießen künftig mehr Schutz vor häuslicher Gewalt. Der Bundestag verabschiedete am späten Donnerstagabend einstimmig den Entwurf zum so genannten Gewaltschutzgesetz, mit dem gewalttätige Männer mit Hausverbot belegt werden können.

dpa BERLIN. Demnach kann eine Frau künftig per gerichtlicher Eilanordnung leichter durchsetzen, dass ihr der prügelnde Partner die gemeinsame Wohnung befristet oder dauerhaft überlassen muss. Dies soll auch für nicht verheiratete oder homosexuelle Paare gelten.

Die Gerichte können künftig auch eine Kontaktsperre verhängen und dem Mann bei Strafe untersagen, sich dem Opfer, der Wohnung oder der Arbeitsstätte der Frau zu nähern. Die Miete für die ehemals gemeinsame Wohnung muss gegebenenfalls der Mann weiter zahlen. Zudem soll auch außerhalb von Partnerschaften "Psychoterror" wie Belästigung durch Telefonanrufe - das so genannte Stalking - mit Geldstrafen oder Gefängnis bis zu einem Jahr bestraft werden.

Das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland rechnet nun mit einer wachsenden Bedeutung von Frauenhäusern. Diakonie-Präsident Jürgen Gohde wies am Freitag in einer Mitteilung darauf hin, dass zivilrechtliche Verbesserungen ohne die dazugehörende Beratung und Unterstützung der Gewaltopfer kein ausreichendes Hilfeangebot darstellen würden.

Als "Meilenstein in der Rechtsgeschichte" für alle Frauen bezeichnete die SPD-Abgeordnete Anni Brand-Elsweier das Gewaltschutzgesetz, zu dessen Kern Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) im Vorfeld gesagt hatte: "Der Schläger geht, die Geschlagene bleibt."

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