Gewehr von Tatverdächtigen ist Mordwaffe
Fall des unheimlichen Heckenschützen gelöst

Die Erleichterung im Raum Washington ist groß: Nach Angaben der US-Behörden ist der Fall des unheimlichen Heckenschützen höchstwahrscheinlich gelöst.

HB/dpa WASHINGTON. Ein bei den beiden am Donnerstagnachmittag festgenommenen Tatverdächtigen gefundenes Gewehr ist laut Untersuchungsergebnis jene Waffe, mit der zehn Menschen getötet und drei schwer verletzt worden waren. Das hätten ballistische Tests ergeben, teilte die Polizei am Donnerstagabend vor Journalisten mit.

Nach Einschätzung von Rechtsexperten haben die Behörden damit einen "entscheidenden Beweis" gegen den 41-jährigen Golfkriegsveteranen John Allen Muhammad und den 17-jährigen aus Jamaika stammenden John Lee Malvo in der Hand. Sie waren am frühen Donnerstagmorgen (Ortszeit) rund 80 Kilometer von Washington entfernt in ihrem Auto aufgespürt und festgenommen worden.

Anschläge aus dem Kofferraum heraus

"Wir fühlen uns gut. Wir haben die Waffe, sie ist nicht mehr auf der Straße", sagte Fahndungsleiter Charles Moose. Bereits vor der Pressekonferenz hatten sich die Hinweise gehäuft, dass es sich bei den Verhafteten tatsächlich um die Personen handelt, die für die Mordserie verantwortlich sind. Nach Medienberichten deuten darauf auch eine "Scharfschützen"-Erfahrung Muhammads sowie eine Art Schießscharte in dem Fahrzeug hin, in dem das Duo gestellt wurde. Danach wies das Auto im Kofferraum zwei große Löcher auf - eines für den Gewehrlauf und eines für das Zielfernrohr.

Die Polizei schließt daraus, dass zumindest bei mehreren der Anschläge aus dem Kofferraum heraus geschossen wurde. Sie nannten das Fahrzeug in diesem Zusammenhang eine "wahre Tötungsmaschine".

Muhammad, dessen Nachname auch als Williams bekannt ist, und Malvo wurden bereits am Donnerstag einem Bundesrichter im Staat Maryland vorgeführt, aber noch nicht im Zusammenhang mit den "Sniper"-Attacken angeklagt. Muhammad wird zunächst des verbotenen Waffenbesitzes bezichtigt. Dieser Fall hat seinen Ausgangspunkt im US- Westküstenstaat Washington. Malvos erster Auftritt vor Gericht fand hinter verschlossenen Türen statt, weil es sich um einen Minderjährigen handelt. Dem Vernehmen nach wird er vorerst als "wichtiger Zeuge" im "Sniper"-Fall festgehalten. Sein Verhältnis zu Muhammad ist unklar: Dem US-Sender CNN zufolge ist Muhammad entgegen ersten Berichten nicht der Stiefvater des Teenagers.

Im Mittelpunkt der Untersuchung steht auch die Frage, wo die erwarteten Mordanklagen erhoben werden. Die meisten tödlichen Anschläge ereigneten sich im Bundesstaat Maryland, einige aber auch in Virginia, und ein einziges Attentat fand in Washington statt. Virginia gilt als Staat mit dem härtesten Vorgehen in Mordprozessen, in denen dem oder den Angeklagten die Todesstrafe droht.

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