Gewerkschaft fordert Nachbesserungen
Bahn bietet 1,5 Mrd. DM für Zukunftsfonds

dpa-afx FRANKFURT. In den Tarifverhandlungen für rund 145.000 Beschäftigte der Bahn hat die Deutsche Bahn AG heute ein Gesamtangebot von 1,5 Mrd. DM gemacht. Der Betrag solle in den geplanten Zukunftssicherungsfonds der Bahn eingezahlt werden und schließe eine "moderate Tariferhöhung mit einer Laufzeit von 31 Monaten" ein, teilte die Bahn mit. Die Eisenbahner-Gewerkschaft Transnet bezeichnete das Angebot als unzureichend und nicht kompromissfähig.

Eine Verknüpfung der Entgeltrunde mit der Ausstattung des Fonds sei am 7. Juni verabredet worden, teilte die Bahn mit. Mit dem Angebot würden wie vereinbart marktgerechte Personalkosten als Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit geschaffen. Die wirtschaftliche Situation der Bahn begrenze ihre Leistungsfähigkeit. Nach den Vorstellungen der Bahn kann in den Fonds mehr eingezahlt werden, "wenn sich Produktivitätssteigerungen oder Einspareffekte durch entsprechende Änderungen in Tarifverträgen erzielen lassen."

Die Gewerkschaft Transnet forderte Nachbesserungen. Das Volumen reiche bei weitem nicht aus, um soziale Besitzstände zu sichern und moderate Einkommensverbesserungen zu gewährleisten, sagte ein Sprecher.

Gewerkschaft beharrt auf Einkommenserhöhung

Vor der zweiten Runde der Tarifverhandlungen hatten die Bahn - Gewerkschaften Transnet und GDBA mit Warnstreiks gedroht. Die Bahn war mit dem Ziel einer Null-Runde in die Tarifverhandlungen gegangen. Die Transnet-Gewerkschaft fordert eine Einkommenserhöhung um fünf Prozent und eine zügige Angleichung der Ost-Einkommen an das Tarifniveau der westdeutschen Bahnbeschäftigten. Bisher erhalten die Mitarbeiter in den neuen Bundesländern nach Gewerkschaftsangaben 88 % der Westeinkommen.

Mit den Entgeltverhandlungen ist die Aushandlung des Zukunftssicherungsfonds verbunden, der die sozialen Besitzstände aus der Zeit vor der Privatisierung der Bahn für rund 100 000 Eisenbahner absichern soll.

Im Bahnkonzern sind nach Angaben von Transnet insgesamt 233 000 Mitarbeiter und 12 000 Auszubildende beschäftigt. Die Differenz zu der Zahl der von den Tarifverhandlungen betroffenen Beschäftigten entsteht, weil der Bahn Beamte zugewiesen sind, für die das Besoldungsgesetz gilt und außerdem bei Konzerntöchtern eigene Tarife gelten.

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