Gewerkschaft müsse mit der Zeit gehen
IG Metall mit Imagekampagne auf Mitgliedersuche

dpa FRANKFURT/MAIN. Mit einer groß angelegten "Zukunftsdebatte" will die IG Metall bis zum Jahr 2003 für neue Mitglieder attraktiver werden. Wenn die Gewerkschaft mit den Umwälzungen der vergangenen zehn Jahre Schritt halten wolle, müsse sie sich verändern, sagte IG Metall-Chef Klaus Zwickel am Freitag in Frankfurt. Es gehe um programmatische Erneuerung, strukturelle Reform und stärkere Mitgliederorientierung. Dabei dürfe es keine Tabus geben.

Die IG Metall will verstärkt um Auszubildende und junge Arbeitnehmer unter 25 Jahre werben, die derzeit sieben Prozent der 2,76 Mill. Mitglieder ausmachen. Zudem will sie Beschäftigte in Handwerksbetrieben, in der Computerbranche und bei industriellen Dienstleistern sowie angehende Ingenieure gewinnen. Das sind Bereiche, in denen auch die neue Dienstleistungsgewerkschaft ver.di Mitglieder rekrutieren will.

IG Metall will auch künftig kämpferisch sein

Grundlegende Ziele der Gewerkschaft sollten nicht über den Haufen geworfen werden, versicherte Zwickel. "Ich will keine weichgespülte IG Metall, ich will auch künftig eine kämpferische IG Metall." Im Gegensatz zu früheren Debatten am Ende der 60er und 80er Jahre sollen jetzt die Mitglieder mitreden und den Erneuerungsprozess mitgestalten. Mit großen Resolutionen und langatmigen Entschließungen lasse sich eine solche Debatte nicht erfolgreich führen, sagte Zwickel.

In einem ersten Schritt will die IG Metall ihre Mitglieder und Funktionäre, aber auch Nichtmitglieder, etwa zur Zukunft des Arbeitsplatzes, Tarifpolitik, Formen der Vermögensbeteiligung, Aus- und Weiterbildung oder zur Arbeit der Betriebsräte befragen. Parallel dazu soll es eine repräsentative Befragung von 2 500 Gewerkschaftlern und Nichtorganisierten geben. Im Herbst will die IG Metall dann einen "Zukunftsreport" vorlegen und auf dieser Grundlage in eine vertiefte Diskussion eintreten.

Für das Frühjahr 2002 ist ein "Zukunftskongress" der IG Metall geplant, bei auch dem klare Forderungen an die Politik formuliert werden sollen. "Dabei habe ich natürlich auch die Bundestagswahl 2002 und den nächsten Gewerkschaftstag der IG Metall im Herbst 2003 im Auge", sagte Zwickel. Er erwarte einen Anstoß für eine neue gesellschaftspolitische Diskussion.

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