Gewerkschaften verweigern sich Sanierungskonzept
Rettung von Olympic Airways droht zu scheitern

Die angeschlagene griechische Staatslinie Olympic Airways fliegt in neue Turbulenzen. Das Personal will das Sanierungskonzept, das die Regierung ausgearbeitet hat, nicht mittragen. Ausgerechnet zu Beginn der Sommersaison drohen jetzt Streiks bei der Fluggesellschaft.

ghö ATHEN. Nachdem seit 1994 bereits vier Sanierungsversuche gescheitert sind, will der sozialistische Verkehrsminister Christos Verelis die Airline nun liquidieren, um sie anschließend in schlanker Form als "Neue Olympic" wieder an den Start zu schicken. Der Plan, dem "Modell Swissair" nachempfunden, sieht vor, die Flotte drastisch zu verkleinern, alle Interkontinentalrouten einzustellen sowie die Zahl der Piloten um 40 %, die der Flugbegleiter um mehr als die Hälfte und das Bodenpersonal sogar auf ein Drittel zu reduzieren. Statt bisher 4 436 wird die Airline nur noch 1 835 Planstellen haben.

Die Regierung will den überzähligen Beschäftigten Vorruhestandsregelungen oder Weiterbeschäftigung in anderen staatlichen Organisationen anbieten. "Keiner wird seinen Arbeitsplatz verlieren", verspricht der sozialistische Premier Kostas Simitis. Das von der neuen Fluggesellschaft übernommene Personal soll, so heißt es im Athener Verkehrsministerium, "zu marktüblichen Konditionen" beschäftigt werden. Das bedeutet spürbare Einschnitte für die Olympic-Bediensteten, die bisher zahlreiche Privilegien genießen.

Dagegen rebellieren jetzt die Gewerkschaften. Der Verband der Olympic-Flugbegleiter beschloss diese Woche, das Rettungskonzept zurückzuweisen und ermächtigte seinen Vorstand zu Streikaktionen. Auch die Pilotengewerkschaft will die Sanierung nicht mittragen. Die Vertretung des Bodenpersonals will an diesem Wochenende über ihre Haltung entscheiden. Auch dort regt sich massiver Widerstand gegen die Pläne der Regierung.

Die muss nun entscheiden, ob sie den Konflikt mit den Gewerkschaften wagen will. Die Zeit drängt, die prekäre Finanzlage der Fluggesellschaft duldet keinen Aufschub. Olympic Airways, einst die Perle im Unternehmensimperium des griechischen "Tankerkönigs" Aristoteles Onassis, hat seit der Verstaatlichung 1975 im operativen Geschäft nur Verluste eingeflogen. Allein im zurückliegenden Jahrzehnt verschlang das Unternehmen staatlichen Subventionen in Höhe von rund 3 Mrd. Euro. Im vergangenen Jahr - eine Bilanz liegt noch nicht vor - dürfte Olympic einen Verlust von 46 Mill. Euro eingeflogen haben. Für dieses Jahr rechnet Verkehrsminister Verelis mit 60 Mill. Euro Miesen. Die EU-Kommission hat weitere staatliche Subventionen strikt untersagt. Schlimmer noch für Olympic: Brüssel fordert nun die Rückzahlung von wettbewerbswidrig gewährten staatlichen Zuschüssen in Höhe von 194 Mill. Euro. Vor diesem Hintergrund ist es überdies fraglich, ob Verkehrsminister Verelis für seinen Sa-nierungsplan überhaupt das Plazet der EU-Kommission bekommen wird.

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