Gewerkschaften zur Lohnzurückhaltung aufgefordert
Müller gegen Vorziehen der Steuerreform und Konjunkturprogramm

Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) hat sich gegen ein Vorziehen der Steuerreform und gegen staatliche Konjunkturprogramme ausgesprochen. Der "Berliner Zeitung" (Montagausgabe) sagte Müller, die Steuerreform bringe in diesem Jahr 45 Mrd. DM an Entlastung.

Reuters BERLIN. Auch Konjunkturprogramme würden nichts bewirken. Er könne sich nicht vorstellen, wie Geld, das im übrigen nicht vorhanden sei, wirkungsvoll für ein Anspringen der Inlandskonjunktur ausgegeben werden solle.

Müller kritisierte die sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute, die am kommenden Dienstag in ihrem Herbstgutachten für ein Vorziehen der Steuerreform plädieren. Müller sagte dem Vorabbericht zufolge, er vermisse bei einer derartigen Empfehlung "jede Logik, abgesehen davon, dass wir die zehn Mrd. nicht haben".

Angesichts der schwierigen konjunkturellen Lage forderte Müller die Gewerkschaften zu besonderer Lohnzurückhaltung auf. "Natürlich müssen die Lohnerhöhungen der konjunkturellen Situation angepasst sein." Kritik äußerte Müller an Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. Dieser solle "sich davor hüten, eine konjunkturelle Krise herbeizureden". Hundt habe die konjunkturelle Lage als in hohem Maß Besorgnis erregend genannt, hieß es in dem Vorabbericht der Zeitung weiter.

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