Gewerkschaftschef nennt Arbeitskampf „letztes Mittel“ – Keine Einigung vor Ostern: Zwickel nimmt Streikdrohung der IG Metall zurück

Gewerkschaftschef nennt Arbeitskampf „letztes Mittel“ – Keine Einigung vor Ostern
Zwickel nimmt Streikdrohung der IG Metall zurück

Nach wochenlangem Schlagabtausch zwischen IG Metall und Arbeitgebern haben sich die Fronten im Tarifkonflikt der Metallindustrie am Wochenende etwas entspannt. IG-Metall-Chef Klaus Zwickel distanzierte sich von Drohungen seiner Gewerkschaft, es werde dieses Jahr zu einem Arbeitskampf kommen.

huh BERLIN. "Es wird viel zu viel über Streik geredet", sagte Zwickel vor Journalisten in Aschaffenburg. Ein Arbeitskampf sei nur das letzte Mittel. Zuvor müssten alle anderen Lösungswege gescheitert sein.

Zwickel bremste damit Bayerns IG-Metall-Bezirksleiter Werner Neugebauer. Dieser rechnet mit einem Flächenstreik wie zuletzt 1995, um die Arbeitgeber zur Aufgabe ihrer "total verrannten" Positionen zu zwingen. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte mit Blick auf die Bundestagswahl vehement vor einem Arbeitskampf gewarnt.

Auch Zwickel will offenbar eine Eskalation vermeiden. Allerdings geht er nicht davon aus, dass der Tarifkonflikt bis zum Ende der Friedenspflicht am 28. März gelöst werden kann. Er kündigte erste Warnstreiks unmittelbar nach Ostern an. Mitte April würden die Proteste "hoch gedreht".

Zugleich zeigte sich die IG Metall jedoch erstmals zu Kompromissen bereit. Ein Tarifabschluss mit einer Laufzeit von mehr als zwölf Monaten sei "nicht unmöglich", sagte ihr Vize Jürgen Peters. Die Arbeitgeber wollen mindestens 24 Monate. Peters stellte zudem in Aussicht, den von der IG Metall geforderten Einstieg in einen gemeinsamen Entgelttarifvertrag für Arbeiter und Angestellte (ERA) zeitlich zu strecken. Die Arbeitgeber lehnen ERA als unausgereift und kostenträchtig ab. Die Gewerkschaft fordert 6,5 % mehr Lohn und Gehalt. Die Arbeitgeber haben bisher kein Angebot vorgelegt.

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