Gewerkschaftsinternes Rundschreiben
Zwickel wehrt sich gegen Untreue-Vorwurf

IG-Metall-Chef Klaus Zwickel hat sich in einem gewerkschaftsinternen Rundschreiben gegen Vorwürfe der Untreue im Zusammenhang mit Millionen-Zahlungen an den Vorstand der Mannesmann AG zur Wehr gesetzt.

dpa FRANKFURT/M. Er hätte im Mannesmann-Aufsichtsrat die umstrittene "Anerkennungsprämie" von etwa 60 Millionen Mark (30,7 Mio Euro) an den früheren Vorstandschef Klaus Esser und weitere Vorständler gar nicht verhindern können, schrieb Zwickel. Er begründete dies mit dem doppelten Stimmrecht des Aufsichtsratsvorsitzenden. Er habe sich bei der Abstimmung am 28. Februar 2000 der Stimme enthalten.

Die Zahlungen standen im Zusammenhang mit der Übernahme des Mannesmann-Konzerns durch das britische Mobilfunkunternehmen Vodafone. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf geht dem Vorwurf nach, Mannesmann habe durch die gezahlten Prämien den Widerstand gegen die Übernahme durch Vodafone aufgegeben. Dabei untersucht sie auch Zwickels Rolle im Aufsichtsrat. Esser hatte nach Angaben der Ermittler insgesamt 60 Millionen Mark erhalten, davon 32 Millionen als Anerkennungsprämie und 28 Millionen als Abfindung.

Diese Abfindung habe sich aus Gehalts- und Bonuszahlungen zusammengesetzt, auf die Esser einen Anspruch aus seinem Anstellungsvertrag gehabt habe, schrieb Zwickel am Montag. Auch die an 18 ehemalige Vorständler gezahlten Pensionsabfindungen in Höhe von 61 Millionen Mark hätten auf solchen Ansprüchen beruht.

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