Gewerkschaftskritik
Daimler-Chrysler legt vier Autofabriken still

Daimler-Chrysler wird wegen zu hoher Lagerbestände in der Woche ab 2. Januar vier seiner insgesamt zwölf Autofabriken in den USA und Kanada für eine Woche stilllegen.

dpa AUBURN HILLS. Daimler-Chrysler wird wegen zu hoher Lagerbestände in der Woche ab 2. Januar vier seiner insgesamt zwölf Autofabriken in den USA und Kanada für eine Woche stilllegen. Betroffen sind das Werk Bramalea in Brampton in der kanadischen Provinz Ontario, die Jefferson North-Fabrik in Detroit, das Werk Dodge City Warren Truck in Warren (Michigan) und die Fabrik in Toledo (Ohio). Dies gab die US-Tochter der Daimler-Chrysler AG am Freitag in Auburn Hills (Michigan) bekannt. Daimler-Chrysler hatte schon für Dezember mehrere jeweils einwöchige Werksschließungen angekündigt.

Die amerikanische Automobilarbeiter-Gewerkschaft UAW kritisierte Daimler-Chrysler am Wochenende scharf. Nachdem die Tarifverhandlungen im Lkw-Werk der Freightliner-Sparte in Mt. Holly (North Carolina) am Samstagmorgen abgebrochen worden seien, würden die Mitglieder der lokalen UAW-Gruppe mit Wirkung vom Montag aus dem Werk ausgeschlossen. Die UAW sprach von einer Droh- und Einschüchterungskampagne. Sie enthalte auch illegale Drohungen, Arbeit nach Mexiko zu verlegen. Die gesamte Mitgliedschaft, einschließlich 75 000 Gewerkschaftsmitgliedern bei Daimler-Chrysler, stehe bei Freightliner hinter der Gewerkschaft, erklärte UAW - Vizepräsident Nate Gooden.

Auch General Motors und Ford fahren Produktion zurück

In dem Werk in Brampton, das still gelegt werden soll, werden die Pkw-Modelle Chrysler Concorde, 300M, LHS und Dodge Intrepid gebaut. In der Fabrik in Detroit werden der Geländewagen Jeep Grand Cherokee, in Warren die Modelle Dodge Ram und Dakota und in Toledo der Jeep Wrangler produziert.

Auch General Motors (GM) und Ford haben ihre Produktion wegen der deutlich rückläufigen US-Absatzzahlen und der hohen Neuwagenbestände bei den amerikanischen Autohändlern im Dezember zurückgefahren. GM wird außerdem die traditionsreiche Automarke Oldsmobile nach 103 Jahren auslaufen lassen und die eigene Produktion in Nordamerika im ersten Quartal 2001 um 14 Prozent senken.

Die US-Sparte von Daimler-Chrysler hatte im dritten Quartal einen Verlust von 512 Millionen Dollar verbucht. Nach Ansicht von US- Autoexperten drohen weitere hohe Verluste. Der amerikanische Daimler-Chrysler-Absatz war im November um 5,5 Prozent gefallen. Die Daimler-Chrysler Group will von ihren nordamerikanischen Lieferanten in den kommenden zwei Jahren Preiskonzessionen für Autoteile und Dienstleistungen von insgesamt 15 Prozent bekommen. Dies hatte sie vor wenigen Tagen angekündigt. Dies läuft auf angestrebte Kostensenkungen von insgesamt sechs Milliarden Dollar (13,2 Mrd DM/6,8 Mrd Euro) hinaus. Der neue Chrysler-Chef Dieter Zetsche soll das Geschäft wieder auf Vordermann bringen.

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