Gewerkschaftsvorstand will am Dienstag Bezirke bestimmen
IG-Metall rechnet ab 6. Mai mit Streik

Die IG Metall geht mit großen Schritten in Richtung Streik: Nach dem Treffen der großen Tarifkommissionen der Bezirke am Montag will der Gewerkschaftsvorstand am Dienstag zwei Bezirke bestimmen, die die Urabstimmung vornehmen sollen und dann streiken können. In zwei Wochen, am 6. Mai, könnte der Streik nach den Planungen der IG-Metall beginnen, wie Gewerkschaftssprecherin Ingrid Gier in Frankfurt am Main erklärte. Die Arbeitgeber schlossen derweil Aussperrungen nicht aus.

WiWo/ap FRANKFURT/MAIN. Nachdem am Freitag bereits die Große Tarifkommission von Baden-Württemberg das Scheitern der Verhandlungen erklärt und formal die Einleitung der Urabstimmung beantragt hatte, wollten am Montag auch in den sechs übrigen Tarifbezirken der Metall- und Elektroindustrie die Großen Tarifkommissionen zusammentreten, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Die IG Metall geht nach den Worten von Gier davon aus, dass alle das Scheitern der Verhandlungen erklären. Der IG-Metall-Vorstand werde dann bei seiner Sitzung am Dienstag um 11.00 Uhr die zwei Bezirke bestimmen, in denen die Urabstimmung eingeleitet wird.

Baden-Württemberg soll laut Gier in jedem Fall dazu gehören. Welcher der übrigen Bezirke Bayern, Berlin-Brandenburg-Sachsen, Frankfurt/Main, Hannover, Küste oder Nordrhein-Westfalen ebenfalls in die Urabstimmung gehen soll, werde erst bei der Vorstandssitzung entschieden. Nach der Beendigung der Urabstimmung könnte den Angaben zufolge unmittelbar mit dem Streik begonnen werden. Die IG Metall rechne nach den bisherigen Planungen damit, dass der Streik am 6. Mai losgehe, sagte Gier.

Arbeitgeber schließen Aussperrungen nicht aus

Gesamtmetall-Präsident Manfred Kannegießer schloss unterdessen Aussperrungen nicht aus. "Wenn Betriebe kein anderes Mittel sehen, dann können und müssen sie darauf zurückgreifen", sagte er in einem Zeitungsinterview.

Der Vorsitzende der Unions-Bundestagsfraktion, Friedrich Merz, forderte Bundeskanzler Gerhard Schröder auf, mit Gesprächen im Bündnis für Arbeit den geplanten Metaller-Streik doch noch zu verhindern. "Ein Streik in der Metallindustrie ist das Letzte, was die ohnehin viel zu schwache Konjunktur in Deutschland gegenwärtig gebrauchen kann", sagte Merz dem Berliner "Tagesspiegel". "Wenn der Kanzler wirklich das Maß an Einfluss hat, das er für sich beansprucht, muss er die Parteien jetzt zur Vernunft bringen", verlangte der CDU-Politiker. Er habe zwar Verständnis für die Forderung der Arbeitnehmer, "die es verdient hätten, mehr Netto in der Tasche zu haben". Es habe aber keinen Sinn, "bei immer weiter steigenden Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen jetzt den Ausgleich über einen ohnehin schwachen Arbeitsmarkt zu suchen". Die bisher aufgestellten Forderungen seien volkswirtschaftlich unverträglich und kosteten Arbeitsplätze.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%