Gewichtheber Matthias Steiner
Gold für Deutschlands schwersten Jungen

Superschwergewichtler Matthias Steiner hat zum Abschluss der olympischen Spiele in Peking die Goldmedaille in der Königsklasse gewonnen und sich mit einer Zweikampfleistung von 461 kg zum stärksten Mann der Welt gekrönt.

Der stärkste Mann der Welt weinte wie ein kleines Kind und küsste immer wieder das Foto seiner toten Ehefrau: Nachdem Matthias Steiner mit brachialer Gewalt die Goldlast von 258kg über den Kopf gewuchtet hatte, wurde er von seinen Gefühlen überrollt. Der vom Schicksal geschlagene 145-kg-Hüne bestieg als erster deutscher Gewichtheber seit 16 Jahren (zuletzt Ronny Weller 1992) die höchste Stufe des olympischen Siegertreppchens und sorgte damit für einen der emotionalsten Momente der Spiele von Peking.

"Wahnsinn, Wahnsinn, ich kann das nicht erklären. Dieses Gold widme ich Susann", sagte Steiner und war im größten Moment seiner sportlichen Karriere in Gedanken bei seiner vor einem Jahr bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommenen Frau: "Ich hoffe und denke, dass sie das mitbekommt. Ich bin kein abergläubischer Typ, aber ich wünsche mir, dass es so ist. Ich freue mich für jeden, der mir geholfen hat. Vor allem aber für meine Frau."

Entscheidung im letzten Versuch

"Unmenschlich" nannte Bundestrainer Frank Mantek die Leistung seines Schützlings. In einer unglaublich dramatischen Konkurrenz musste der gebürtige Wiener im letzten Versuch der Konkurrenz unbedingt jene 258kg über den Kopf wuchten, um den unerwartet starken Russen Jewgeni Tschigischew noch um ein Kilo zu überflügeln und sich zum ersten deutschen Zweikampf-Olympiasieger der Superschwergewichts-Historie zu krönen. "Eigentlich war das über meinem Vermögen. Ich war nicht in Topform," schilderte Steiner.

Nachdem er vorher bei 246 Kilo gepatzt hatte, gelang die ungeheure Energieleistung, auf der Tribüne lagen sich die extra angereisten Eltern in den Armen. "Ich wusste, der Junge ist der größte Kämpfer", sagte Vater Fritz, selbst mehrfacher Hantelstemmer-Weltmeister der Senioren. "Der Sport war so wichtig für Matthias. Seine Frau wollte, dass er hier siegt. Er hat es geschafft", ergänzte Mutter Michaela.

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