Gewinn im Quartal leicht gesteigert
BMW steuert unbeirrt auf Rekordjahr zu

Trotz der hohen Kosten für neue Modelle hat der Münchener Autobauer BMW im dritten Quartal Umsatz und Gewinn gesteigert und dabei die Erwartungen der Analysten erfüllt. Entgegen der schlechten Branchenentwicklung sieht sich der Konzern für 2002 weiter auf Rekordkurs.

Reuters MÜNCHEN. "Die BMW Group hat auch im dritten Quartal 2002 ihre erfolgreiche Geschäftsentwicklung weiter fortgesetzt", erklärte der Konzern am Mittwoch in München. Für das Umsatz- und Ertragsplus habe vor allem der kräftige Absatzanstieg gesorgt.

Der Gewinn vor Steuern kletterte von Juli bis September um 1,5 Prozent auf 689 Millionen Euro, bereinigt um einen Sonderertrag im Vorjahr sogar um 3,5 Prozent. Unter dem Strich stieg der Gewinn auf 433 (Vorjahresperiode 388) Millionen Euro. Der Konzernumsatz wuchs um 19 Prozent auf 9,971 Milliarden Euro. Analysten bewerteten die Zahlen weitgehend positiv. Die BMW-Aktie gab dennoch um rund drei Prozent auf 35,45 Euro nach.

"Die BMW Group geht davon aus, auch im vierten Quartal 2002 die positive Geschäftsentwicklung fortsetzen zu können", hieß es weiter. Wie bereits angekündigt, will der bayerische Konzern bis Jahresende mehr als eine Million Fahrzeuge produzieren und ausliefern. Umsatz und Ertrag sollen die Rekordwerte des Vorjahres übertreffen.

Kerngeschäft legt deutlich zu

"Die Zahlen waren mehr oder weniger im Rahmen der Erwartungen, die allerdings sehr hoch lagen", sagte Stephan Thomas, Fondsmanager bei Frankfurt Trust. Grund für die Kursverluste seien Gewinnmitnahmen, zumal die Zeichen in den USA auf sinkende Autoverkäufe stünden. Sal Oppenheim Analyst Michael Raab hingegen führte das Minus bei dem Papier auf einen Rückgang der Brutto-Marge im Automobilsegment zurück. Dieser sei zwar erwartet worden, allerdings nicht in diesem Umfang.

"Es wird deutlich, dass die Belastungen aus der Modelloffensive nun zu Tage treten - das hat die Ergebnisentwicklung klar gedämpft", sagte HVB-Analyst Georg Stürzer mit Blick auf die Zahlen. Dies sei aber kein Grund zur Besorgnis, zumal BMW weitaus konservativer als die Konkurrenz seine Entwicklungskosten aktiviere. Beim Start der neuen Modelle sei folglich wieder mit kräftigeren Profiten zu rechnen.

Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatz von 9,589 Milliarden Euro sowie einem Vorsteuerergebnis von 692 Millionen Euro gerechnet.

Forschungs- und Entwicklungskosten gestiegen

Der drittgrößte deutsche Autobauer befindet sich derzeit in der größten Modelloffensive seiner Geschichte. So sollen in den kommenden Jahren der in der Golf-Klasse angesiedelte 1er, das 6er-Coupé, der Geländewagen X3 und der erste Rolls Royce aus dem Hause BMW auf den Markt kommen. Alleine im laufenden Quartal sorgte dies für einen Anstieg der Forschungs- und Entwicklungskosten von 14 Prozent auf 471 Millionen Euro.

Im Segement Automobile konnte BMW den Umsatz kräftig um fast 30 Prozent steigern, was HVB-Analyst Stürzer zufolge auf einen nochmals verbesserten Modellmix hinweist. Der Vorsteuergewinn kletterte um 11,8 Prozent auf 531 Millionen Euro. Die Sparte Finanzdienstleistungen verbuchte wegen Sondereffekten im Vorjahr einen Umsatz- und Ergebnisrückgang, habe sich aber operativ positiv entwickelt. Der Motorradbereich wies bei stagnierenden Umsätzen einen Vorsteuerverlust von acht Millionen Euro aus.

Als Hersteller von hochwertigen und damit hochmargigen Fahrzeugen kann sich BMW seit Monaten den sinkenden Absätzen in der Automobilbranche entziehen. Alleine im dritten Quartal konnte BMW mit 262 066 Fahrzeugen fast ein Viertel mehr als im Vorjahr ausliefern. Einen wesentlichen Anteil daran hat zwar der Mitte 2001 eingeführte Mini, aber auch die Kernmarke BMW konnte bis Ende September um ein Fünftel zulegen.

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