Gewinn mehr als verdoppelt
Hapag-Lloyd steuert Volldampf voraus

dpa HAMBURG. Der Hamburger Transport- und Logistikkonzern Hapag Lloyd - steuert auf seinem Kurs Volldampf voraus. Im laufenden Geschäftsjahr 1999/2000 (30. September) konnte das Unternehmen den Gewinn vor Steuern auf 230 Mill. Euro (450 Mill. DM) mehr als verdoppeln. "Unsere Umsatzrendite von mehr als sechs Prozent ist spektakulär", sagte Bernd Wrede, Vorstandsvorsitzender der Hapag Lloyd - AG, am Mittwoch in Hamburg. "Das gibt es sonst nirgendwo in der Transport- und Logistikwirtschaft." Auch im nächsten Jahr sei wieder mit einem erfreulichen Ergebnis zu rechnen. Der Konzernumsatz erhöhte sich auf vergleichbarer Basis um rund 18 % auf 3,6 Mrd. Euro.

Den größten Anteil am Gewinn und Gewinnwachstum hatte die Container-Linienschifffahrt, die ihr Betriebsergebnis von 56 Mill. auf mindestens 147 Mill. Euro steigerte. "Unsere Liniendienste profitierten von einer erhöhten Transportleistung und Produktivität, dem festen Dollar und leicht anziehenden Frachtraten", sagte Wrede. Dagegen schlugen die gestiegenen Treibstoffkosten im Konzern mit rund 50 Mill. Euro zu Buche.

Hapag-Lloyd brachte fünf neue Schiffe mit einer Kapazität von jeweils 4  900 Standardcontainern (TEU) in Fahrt und transportierte insgesamt 1,6 Mill. TEU, zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die wirtschaftlichen Verhältnisse in Asien haben sich normalisiert. Die Erholung Europas und der anhaltende Boom in den USA wirkten sich für Hapag-Lloyd positiv aus.

Gegenüber der Schifffahrt fielen die übrigen wesentlichen Bereiche des Konzerns weniger stark ins Gewicht. Die Logistikfirma VTG - Lehnkering verdiente 23 Mill. Euro, nach 17 Mill. im Geschäftsjahr zuvor. Hier will Wrede einige Bereiche auf den Prüfstand stellen. Die französische Algeco, die Mobilbauten vermietet, steuerte 52 (Vorjahr: 43) Mill. Euro zum Betriebsergebnis bei und war damit der profitabelste Teil des Konzerns mit einer deutlich zweistelligen Umsatzrendite.

Die Hapag-Lloyd AG gehört zu mehr als 99 % dem Preussag- Konzern in Hannover, der sich von der Hälfte seiner Anteile trennen will. Durch die Steuergesetzgebung der Berliner Regierung, die Gewinne aus Unternehmensverkäufen erst ab 2002 steuerfrei stellen will, verzögert sich der Verkauf der Aktien über die Börse aber offensichtlich deutlich. Preussag will den Verkaufserlös in Milliardenhöhe zur Finanzierung eigener Unternehmenskäufe verwenden.

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