Gewinn soll im laufen Jahr um 25 % steigen
GfK bleibt auf Einkaufstour

Wissen ist nicht nur Macht, sondern auch Kapital. Und über besonderes Wissen verfügt das Marktforschungsunternehmen GfK. Denn die Nürnberger fahnden danach, was Kunden heute und morgen kaufen wollen. Damit verdienen sie gutes Geld, wie die neuesten Zahlen beweisen.

jojo/ali NÜRNBERG. Analysten halten daher den MDax-Wert langfristig für kaufenswert. Jedoch raten sie auf kurze Sicht Anlegern zur Vorsicht. "Im zweiten Quartal lässt sich besser abschätzen, wie die wirtschaftliche Abkühlung sich auf das Ausgabeverhalten der Unternehmen für Researchleistungen auswirkt", begründet Julia Tsar, Analystin der Deutschen Bank in London.

Der Markt denkt offenbar ebenso: Denn obwohl sich GfK-Vorstandschef Klaus Wübbenhorst am Dienstag über "das beste Ergebnis der Geschichte" der 1934 gegründeten Firma freute, gab die Aktie leicht nach. Maßgeblich zu dem Wachstum bei GfK haben die zahlreichen Übernahmen beigetragen. Mehr als ein Dutzend Firmen hat Wübbenhorst im Jahr 2000 gekauft - und die Übernahmewelle rollt weiter. Im ersten Quartal stiegen die Franken weltweit bei sieben Wettbewerber ein, insgesamt ist GfK jetzt an 100 Unternehmen in fast 50 Ländern beteiligt.

Hier der 3-Monatsverlauf

Deutschlands führender Marktforscher liegt im weltweiten Vergleich auf Rang sieben. Hier zu Lande ist GfK in den meisten Bereichen führend, unter anderem in der Medienforschung, in der es beispielsweise um Einschaltquoten der Fernsehsender geht oder bei Informationen zum Verbraucherverhalten. Für das laufende Jahr verspricht Wübbenhorst einen Gesamtertrag (Umsatzerlöse plus Erhöhung des Bestandes an unfertigen Leistungen) von 550 Mill. Euro.

Der Gewinn vor Steuern (Ebit) inklusive Beteiligungserlösen soll um 25 % steigen. 400 Mill. Euro stehen GfK für Übernahmen zur Verfügung, betonte Wübbenhorst. Derzeit sei er mit Firmen weltweit "in intensiven Gesprächen".

Der aggressive Wachstumskurs löst bei den Analysten aber keine Sorgen aus, GfK könnte mit der Integration nicht nachkommen. "Das Unternehmen verfügt über langjährige Erfahrungen in seinen Geschäftsfeldern, so dass das Integrationsrisiko überschaubar bleibt", meint Alexandre Gerard, Analyst bei Dresdner Kleinwort Wasserstein (DKW) in Paris. Zudem würden die Nürnberger in der Regel nur kleinere Unternehmen kaufen, um an deren Infrastruktur und Personal zu kommen. Mehr stört den DKW-Experten, dass in der für 2001 ausgegebenen Prognose für den Gesamtertrag von 550 Mill. Euro auch Erlöse von Unternehmen enthalten sind, die erst noch übernommen werden sollen.

GfK ist auf lange Sicht "Outperformer"

Um hier wie auch bei den Folgen der konjunkturellen Eintrübung auf das Geschäft von GfK mehr Klarheit zu haben, raten Deutsche Bank wie DKW kurzfristig erst einmal zum Abwarten. "Ausgaben für Research-Leistungen gelten zwar als weniger zyklisch als Werbeausgaben, aber ein gewisses Risiko bleibt", meint Alexandre Gerard von DKW.

Zudem ist das Papier mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 33 auf Basis des für das laufende Jahr geschätzten Gewinns nicht gerade billig zu haben. "Die Bewertung ist aber vor dem Hintergrund des erwarteten Gewinnwachstums von 25 % zu sehen", meint Gerard. Langfristig hält er die Aktie für kaufenswert. Auch Julia Tsar von der Deutschen Bank meint: "Auf lange Sicht wird GfK den Markt outperformen."

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