Gewinn steigt geringer als erwartet
Fiat blickt zurückhaltend in die Zukunft

Schwerfälliger als geplant findet der größte italienische Industriekonzern Fiat SpA, Turin, wieder zurück auf die Erfolgsspur. Die großen Fortschritte im ersten Halbjahr 2000 wurden durch schwierige Marktbedingungen und hohe Kosten für die Restrukturierung der Auto- sowie der Landmaschinensparte im zweiten Halbjahr teilweise wieder zunichte gemacht.

mab MAILAND. Und auch für die nahe Zukunft zeigt sich die Unternehmensspitze um Präsident Paolo Fresco vorsichtig: "2001 wird für eine Beschleunigung der Ergebnisse ab 2002 ein solides Fundament legen", heißt es äußerst zurückhaltend zur Bilanz des Vorjahres.



Vor allem die Autosparte, die mit einem Umsatzanteil von 43 % den wichtigsten Zweig von Fiat darstellt, bereitet Fresco Kopfzerbrechen. Zwar ist sie 2000 in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt (operativer Gewinn: 44 Mill. Euro nach 121 Mill. Euro Verlust 1999), im vierten Quartal liefen die Geschäfte aber nicht rund. Das operative Ergebnis erreichte nur 66 Mill. Euro, im Vorjahr war es noch gut drei mal so hoch gewesen.



Fiat begründet das mit Preisnachlässen und hohen Werbeausgaben, um Marktanteile zu halten. Außerdem hätten sich Rohstoffe und Halbfertigprodukte durch den ungünstigen Dollarkurs verteuert. Das zweite Sorgenkind, Case New Holland, der Land- und Baumaschinenhersteller, ist im letzten Quartal sogar in die Verlustzone gerutscht (61 Mill. Euro). Insgesamt sind aber mittlerweile alle 10 Fiat-Geschäftsbereiche, von Lastwagen (Iveco) über Produktionsanlagen für die Fahrzeugindustrie (Teksid) bis zur Versicherung Toro, in der Gewinnzone. Sie haben im Vorjahr bei einem Umsatz von 57,6 Mrd. Euro (+ 5 %) zusammen ein operatives Ergebnis von 855 Mill. Euro (+ 8,5 %) erzielt.



Der Nettogewinn stieg sogar um knapp 90 % auf 664 Mill. Euro, was aber in erste Linie auf außerordentliche Gewinne durch die Bildung der strategischen Allianz mit General Motors, sowie Unternehmensverkäufe, z. B. der Bahnsparte an Alstom, zurückzuführen ist. Dagegen stehen außerordentliche Restrukturierungsaufwendungen. So wurden Fabriken in Südamerika modernisiert, ein Werk in Venezuela musste geschlossen werden.



Dienstleistungen werden immer wichtiger



Gründe für einen Aufschwung gibt es laut Fiat viele: erstens werde die Allianz mit GM, die in einer gegenseitigen Kapitalverflechtung sowie zwei Gemeinschaftsunternehmen für Einkauf und Motoren/Getriebe ihren Ausdruck findet, ab 2002 Wirkung zeigen. Bereits im Vorjahr wurden durch Synergien 200 Mill. Euro eingespart, bis 2005 soll diese Summe auf 2 Mrd. Euro anwachsen.



Zweitens hofft Fiat Auto seinen Marktanteil von etwa 10 % durch eine Erneuerung der Modellpalette in Europa ausweiten zu können. Eine wichtige Rolle, auch für das Image des Konzerns, spielt der Vorstoß in die automobile Oberklasse mit dem Lancia Thesis. Immer wichtiger werden zudem die Dienstleistungen. Sie sollen bis 2005 etwa 40 % des Konzernumsatzes generieren.

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