Gewinn- und Umsatzplus im dritten Quartal: Oracle kann noch einmal zulegen

Gewinn- und Umsatzplus im dritten Quartal
Oracle kann noch einmal zulegen

Der weltweit zweitgrößte Softwarehersteller und SAP-Konkurrent Oracle hat im abgelaufenen dritten Geschäftsquartal erstmals seit Ende 2001 seinen Gewinn gesteigert, die Anleger wegen gesunkener Umsätze aus dem Verkauf neuer Software-Lizenzen aber dennoch enttäuscht.

Reuters PALO ALTO. Oracle-Aktien sanken nachbörslich auf 11,48 Dollar von 12,25 Dollar zum offiziellen Handelsschluss an der Nasdaq. Auch SAP-Aktien gaben am Mittwoch in Frankfurt im frühen Geschäft um fast vier Prozent und damit stärker als der Gesamtmarkt nach.

Beim Gesamtumsatz legte Oracle erstmals seit sieben Quartalen im Jahresvergleich wieder zu. Für das laufende vierte Quartal prognostizierte Oracle am Dienstag nach US-Börsenschluss mit zwölf bis 15 Cent je Aktie einen Gewinn im Rahmen der Analystenerwartungen. Der Umsatz könne angesichts eines drohenden Irak-Krieges und möglicherweise steigender Energiekosten um bis zu sechs Prozent sinken oder auch um bis zu zwei Prozent steigen, wie Finanzchef Jeff Henley erklärte.

Analysten zeigten sich enttäuscht und fürchteten, dass der Geschäftsverlauf bei Oracle beeinträchtigt werde, sollte die weltpolitische Unsicherheit anhalten.

Der Netto-Gewinn sei im Vierteljahr (per Ende Februar) um zwölf Prozent auf 571 Millionen Dollar oder elf Cent je Aktie gestiegen, teilte Oracle mit. Analysten hatten im Schnitt mit lediglich zehn Cent je Aktie gerechnet. Der Umsatz stieg um mehr als zwei Prozent auf 2,31 Milliarden Dollar, allerdings sank der Umsatz aus dem Verkauf von neuen Software-Lizenen um vier Prozent auf 602,9 Millionen Dollar. Das Geschäft mit Updates für Software-Lizenzen sowie der Bereich Produkt-Support legte dagegen mit einem Umsatzplus von 16 Prozent auf eine Milliarde Dollar deutlich zu.

Chef und Mitgründer von Oracle, Larry Ellison, sagte, die Kunden von Oracle seien derzeit ganz allgemein in einer ungünstigen Lage. Es sei unmöglich, genau zu sagen, zu welchem Ausmaß die verbreitete weltpolitische Besorgnis für den Rückgang des Umsatzes mit Software-Lizenzen verantwortlich sei. "Es gibt eine Reihe von Dingen, die für Unbehagen sorgen - der Krieg, die Wirtschaftsdaten", sagte Ellison. Die Kunden fühlten sich derzeit einfach nicht danach, Aufträge zu unterschreiben, sagte er.

Analysten zeigten sich trotz des Gewinn- und Umsatzplus in einem schwierigen Marktumfeld enttäuscht von den Geschäftszahlen. "Die Leute haben etwas mehr erwartet", sagte Mark Verbeck, Analyst bei ThinkEquity Partners, mit Blick auf die Umsatzentwicklung in den einzelnen Segmenten. Seiner Ansicht nach war die Besorgnis um die weitere Geschäftsentwicklung im Februar noch nicht so hoch wie in den vergangenen Wochen. "Sollte die Unsicherheit in den nächsten Wochen anhalten, wird dies auch Oracle treffen", sagte Charles Di Bona, Analyst bei Sanford C. Bernstein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%