Gewinn- und Umsatzprognose gesenkt
Viva schwächelt

Der Kölner Musiksender Viva hat wegen der anhaltenden Flaute auf dem Werbemarkt und erwarteter Einmaleffekte seine Gewinn- und Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr reduziert.

Reuters KÖLN. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde 2002 voraussichtlich bei 15 Millionen Euro liegen statt der bislang geplanten 37 Millionen Euro, teilte die am Neuen Markt gelistete Gesellschaft am Dienstag mit. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) werde nun mit 26 Millionen Euro anstatt 44 Millionen Euro gerechnet. Beim Umsatz senkte Viva seine Prognose für 2002 von 125 auf 109 Millionen Euro. Der Kurs der Viva-Aktie sank nach der Mitteilung bis zum Mittag um fast neun Prozent auf 5,20 Euro.

Die Viva Media AG begründete die gesenkte Jahresprognose mit Sondereffekten wie den geplanten Umzug und die mögliche Insolvenz einer Beteiligungsgesellschaft sowie der weiterhin sehr angespannten Lage auf dem Werbemarkt. Das Nettovolumen des gesamten deutschen Fernsehwerbemarktes könnte in diesem Jahr um bis zu zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen, teilte Viva mit. Zwar würden die Werbeeinnahmen mit klassischen Konsumgütern im Konzern voraussichtlich um zwei bis drei Prozent zunehmen. Allerding werde mit weiteren schwer zu kompensierenden Rückgängen der Werbeeinnahmen durch die Musikindustrie gerechnet.

In der ursprünglichen Jahresprognose sei zudem ein nennenswerter Beitrag des PC-Spieleentwicklers Westka enthalten gewesen, teilte Viva weiter mit. Westka, an dem die Ende letzten Jahres mehrheitlich von Viva übernommene Brainpool TV AG zu 60 Prozent beteiligt ist, müsse jedoch voraussichtlich in Kürze Insolvenz anmelden und in der Bilanz des Viva Konzerns voll abgeschrieben werden. Westka habe bislang ein neu entwickeltes Computerspiel nicht verkaufen können und benötige eine Zwischenfinanzierung, die das Viva Management nicht gewähren werde.

Bei den Anfang 2002 gemachten Ergebnisprognosen sei weiter auf zunächst noch nicht bezifferbare Umzugs- und Technikkosten verwiesen worden. Diese Aufwendungen seien nun quantifizierbar, teilte Viva mit, allerdings ohne sie zu beziffern. Diese Kosten seien ein weiterer Grund für die gesenkte Prognose.

Die Konzentration auf das Kerngeschäft und die weitere Internationalisierung der Gruppe will Viva mit dem neuen Großaktionär AOL Time Warner fortsetzen. Dem Konzern stünden liquide Mittel von knapp 50 Millionen Euro für die Expansion in neue Märkte zur Verfügung.

Die Viva Media AG war im ersten Quartal bei niedrigeren Umsätzen in die Gewinnzone zurückgekehrt. Der Medienkonzern AOL hatte Ende Juni vom britischen Musikkonzern EMI dessen Viva-Anteil von 15,3 Prozent übernommen und seine Beteiligung an Viva damit auf über 30 Prozent aufgestockt.

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