Gewinn unter vier Milliarden Euro: Volkswagen beendet Rekordfahrt

Gewinn unter vier Milliarden Euro
Volkswagen beendet Rekordfahrt

Europas größter Autohersteller Volkswagen hat sein zuvor reduziertes Gewinnziel von vier Milliarden Euro vor Steuern im abgelaufenen Geschäftsjahr erreicht. Das Wolfsburger Unternehmen stellt seinen Aktionären für 2002 eine unveränderte Dividende in Aussicht. Für 2003 verzichtete Volkswagen am Mittwoch bei der Bekanntgabe der Geschäftszahlen angesichts der unsicheren weltpolitischen Lage und der anhaltend schwachen Konjunktur zunächst auf eine Prognose für 2003.

Reuters WOLFSBURG. Der von VW präsentierte Vorsteuergewinn für das vergangene Jahr lag mit 3,986 Milliarden Euro nur geringfügig unter der von Vorstandschef Bernd Pischetsrieder prognostizierten Marke "in der Größenordnung von rund vier Milliarden Euro". Mit dem Ergebnis traf Volkswagen fast exakt die Erwartungen der von Reuters befragten Analysten. Diese hatten im Durchschnitt mit 3,963 Milliarden Euro gerechnet. Aus dem zum Vorjahr um elf Prozent auf 2,597 Milliarden Euro verringerten Reingewinn soll den Aktionären eine unveränderte Dividende von 1,30 Euro je Stamm- und 1,36 Euro je Vorzugsaktie zufließen.

Im vierten Quartal erzielte Volkswagen nach Reuters-Berechnungen einen Vorsteuergewinn von 1,012 Milliarden Euro und legte damit zum Vergleichsquartal 2001 (688 Millionen Euro) deutlich zu. Auch das Ergebnis des dritten Quartals 2002 von 711 Millionen Euro wurde damit deutlich übertroffen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr hatte Pischetsrieder wegen der anhaltend schwachen Nachfrage sein Gewinnziel schon vorab reduziert. Zudem hatte er einen Rückgang des Konzernabsatzes um knapp zwei Prozent auf 4,98 Millionen Fahrzeuge angekündigt. 2003 sollen die Auslieferungen allerdings nach früheren Angaben des VW-Chefs wieder über die Marke von fünf Millionen Einheiten steigen.

Das laufende Jahr dürfte nach Einschätzungen von Analysten für Volkswagen ein Übergangsjahr werden. Begonnen hat es mit Rückrufaktionen und sinkenden Zulassungszahlen in Europa. Begleitet wird es von einer anhaltenden Konjunkturschwäche und hohen Benzinpreisen. In dieser Situation versuchen die Hersteller, mit immer größeren Kaufanreizen Kunden zu gewinnen. Gleichzeitig befinden sich zwei wichtige Modelle von VW in der letzten Phase ihrer Modellzyklen. Der aktuelle Golf und der Passat wirken im Vergleich zu jüngeren Modellen der Konkurrenten nicht mehr ganz frisch, weshalb der Absatz nachgelassen hat.

Im Januar hatten sich die Zulassungszahlen von Volkswagen in Europa bereits um 5,7 Prozent verringert. Damit konnte der Volkswagen-Konzern seinen Anteil Branchenangaben zufolge in einem insgesamt noch stärker rückläufigen Markt zwar auf 17,9 (Vorjahresmonat 17,7) Prozent wieder etwas steigern. Hauptkonkurrent Peugeot büßte jedoch nur ein Prozent ein und rückte mit 16,0 (15,1) Prozent Marktanteil näher an Marktführer Volkswagen heran.

Der VW-Aktienkurs blieb angesichts der erfüllten Geschäftsprognose 2002 am Mittwoch nahezu unverändert und lag am Vormittag bei 36,21 Euro ein knappes halbes Prozent im Minus.

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