Gewinn von 70 Cent je Aktie erwartet
Ford baut in USA 4 000 bis 5 000 Stellen ab

Der Autokonzern Ford will bis zum Jahresende 4 000 bis 5 000 Stellen von Angestellten in den USA streichen. Die Arbeitsplätze sollten weitgehend durch den Wechsel der Angestellten in den Ruhestand abgebaut werden, teilte der zweitgrößte Autokonzern der Welt am Freitag mit. Die Ford Motor Company wolle damit die Wettbewerbsposition stärken und Kosten sparen.

dpa DEARBORN. Ford zieht nach einem Bericht der "New York Times" vom Freitag ein ähnliches Vorgehen im Ausland in Erwägung. Das Programm könnte auch auf Ingenieure und Manager in anderen Ländern ausgedehnt werden, schrieb die Zeitung. Ford beschäftige im Ausland insgesamt 200 000 Mitarbeiter, darunter nach Schätzung des Blatts 25 000 bis 35 000 Angestellte. Ford hatte dem Bericht zufolge am Jahresende 2000 insgesamt 45 822 US-Angestellte.

Ford teilte mit, dass auf Grund der US-Vorruhestandsaktion im vierten Quartal eine Sonderbelastung von 700 Mill. Dollar (1,5 Mrd DM/766 Mio Euro) nach Steuern oder von 40 Cents je Aktie anfallen wird. Im dritten Quartal werde eine Sonderbelastung von 200 Mill. Dollar oder zehn Cents je Aktie verbucht, die vor allem auf Abschreibungen von Investments im E-Kommerz- und im Auto-Bereich zurückzuführen sei.

Ford rechnet jetzt damit, dass der Gewinn pro Aktie im Gesamtjahr 2001 unter Ausklammerung von Sonderfaktoren nur rund 70 Cents erreichen wird. Die Wall-Street-Analysten hatten mit 1,20 Dollar je Aktie gerechnet.

Enorme Discounts im hart umkämpften US-Markt nötig

Ford verwies auf den Absatzrückgang, höhere Marketingausgaben und die Kosten für Initiativen zur Zufriedenstellung der Kunden. Dies sind Umschreibungen für die enormen Discounts und Verkaufshilfen, die Ford, General Motors und Ford im hart umkämpften US-Markt zahlen müssen, um Kunden zu gewinnen. Qualitätsmängel und Rückrufaktionen für die Firestone-Reifenprobleme belasten die Gesellschaft ebenfalls.

Das freiwillige Ausscheidungsprogramm für die Angestellten ist nach Darstellung von Ford-Konzernchef Jacques Nasser "eine schwierige, aber notwendige Aktion". Dadurch will Ford nach seinen Angaben wirtschaftlicher arbeiten und die Organisation straffen. Ford wolle den Betroffenen helfen, sich auf den Ruhestand oder auf den Wechsel in andere Stellen vorzubereiten.

Ford hatte bereits Kapazitäten abgebaut, einen Einstellungstop angeordnet, die Kosten für Reisen und Kontraktarbeiter gesenkt und andere Sparmaßnahmen durchgeführt.

Nasser: "Wettbewerbsanstrengungen noch verstärken"

Der nordamerikanische Automarkt ist nach Darstellung von Nasser hart umkämpft. Ford habe seine Kosten in den vergangenen vier Jahren um fast sieben Mrd. Dollar reduziert, doch müsse das Unternehmen seine Wettbewerbsanstrengungen noch verstärken und gleichzeitig wichtige Produktpläne schützen, erklärte der

Der Ford-Absatz war im Juli um 12,7 % gefallen, während der Gesamtmarkt nur um fünf Prozent geschrumpft war. Firestone hatte im vergangenen 6,5 Mill. Reifen zurückgerufen und Ford rief vor einigen Monaten weitere 13 Mill. Firestone-Reifen zurück.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%