Gewinn vor Steuern bei 4,89 Mrd
Deutsche Bank gründet pan-europäischen Online-Broker

Reuters FRANKFURT. Die Deutsche Bank gründet einen pan-europäischen Online-Broker und bündelt ihr Filialkundengeschäft europaweit unter dem Dach ihrer Tochtergesellschaft Deutsche Bank 24. Zudem meldet die Deutsche Bank für das erste Halbjahr 2000 ein Rekordergebnis.

Der Konzerngewinn nach Steuern sei von 114 % auf rund 3,78 Mrd Euro (7,5 Mrd DM) gestiegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Frankfurt mit. Der Gewinn vor Steuern stieg um knapp 119 % auf 4,89 Mrd. Euro. Nach Bekanntgabe der Halbjahresergebnisse haben Gewinnmitnahmen den Kurs der Aktien stark belastet. Die Titel gaben am Donnerstagvormittag bei schwachem Gesamtmarkt um 3,3 % auf rund 95 Euro nach.

Im Rahmen ihrer neuen Europastrategie will die Deutsche Bank mit der Eigenmarke "Maxblue" in das Broker-Geschäft im Internet einsteigen. Das Unternehmen setzt hierbei nach eigenen Angaben auf Kunden der sogenannten zweiten Welle. Von den rund zehn Mill. Kunden, die in den nächsten zwei bis drei Jahren in Europa Online-Konten nutzen würden, will die Bank etwa 1,5 Mill. für sich gewinnen. "Unser Ziel ist es, im Markt des Online Brokerage in Europa die Nummer Eins zu sein", sagte Bankchef Rolf Breuer.

Das erfolgreiche Deutsche Bank 24-Konzept werde europäisiert. Die Bank führe ihre Filial- und Personal Banking Aktivitäten in Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich, Portugal, Belgien und Polen zusammen. "Wir wollen auch in Europa zur führenden Bank für Privatkunden werden", sagte Breuer am Donnerstag auf der Halbjahrespressekonferenz des Bankhauses in Frankfurt. Damit werde die Bank mit über 21 000 Mitarbeitern mehr als 10,5 Mill. Kunden und über mehr als 2000 Filialen haben. Wann das Konzept vollständig umgesetzt sein wird, sagte Breuer zunächst nicht.

Bis zum Jahresende werde ein Anstieg des operativen Ergebnisses bei der Deutschen Bank 24 auf rund 400 (1999: 177) Mill. Euro angestrebt. Im Jahr 2004 soll die pan-europäische Bank einen operativen Ertrag von etwa einer Milliarde Euro abwerfen. Die europäisch ausgerichtete Deutsche Bank 24 sei offen für Kooperationen. Die Kundenzahl der Bank soll auf 13,5 Mill. gesteigert werden.

Obwohl die Geschäftszahlen im Rahmen der Analysten-Erwartungen ausgefallen seien, habe der Handel offenbar auf noch bessere Zahlen gehofft, sagte ein Börsianer. Hinzu komme, dass die Aktien der deutschen Großbank im Vorfeld der Halbjahresergebnisse deutlich an Wert gewonnen hätten. Wenn dann die Geschäftszahlen präsentiert würden, "realisieren kurzfristig engagierte Investoren erst einmal ihre Gewinne".





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