Gewinnanstieg im laufenden Jahr erwartet – Jahresüberschuss könnte Höhe des Geschäftsergebnisses erreichen
Babcock hält Dividende für möglich

Da die Hauptaufräumarbeiten erledigt sind, will der Babcock- Konzern in den kommenden Jahren mit den Kerngeschäftsfeldern Energietechnik und Schiffbau gute Gewinne erwirtschaften. Wenn die Pläne von Babcock-Chef Lederer aufgehen, werden auch die Aktionäre schon bald davon profitieren.

kv DÜSSELDORF. Der Vorstand der Babcock Borsig AG erwägt, den Aktionären für das Geschäftsjahr 2000/01 (30.9.) eine Dividende zu zahlen. Zuletzt hatte das Oberhausener Unternehmen für 1993/94 fünf DM je 50-DM-Aktie ausgeschüttet. Der Vorstandsvorsitzende Klaus Lederer sagte gestern in Düsseldorf, eine Wiederaufnahme der Dividendenzahlung hänge davon ab, ob das Jahr so laufe wie geplant und der Konzern nicht wieder unerwartete Verluste wie zuletzt im Handelsschiffbau verkraften müsse. Aus heutiger Sicht gehe er davon aus, dass das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um etwa 25 % auf 250 Mill. DM steigen werde.

Konzern muss kaum Ertragsteuern zahlen

Angesichts hoher Verlustvorträge muss Babcock laut Lederer kaum Ertragsteuern zahlen. Außerordentliche Aufwendungen wie im vergangenen Jahr seien nicht in Sicht. Deshalb könne der Jahresüberschuss in etwa die gleiche Höhe wie das Geschäftsergebnis erreichen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr, für das Lederer erste Zahlen vorlegte, blieb das Geschäftsergebnis mit rund 200 (Vorjahr 197) Mill. DM stabil. Vor dem Hintergrund der tiefen Krise im Geschäftsjahr 1995/96 wertete Lederer das als Erfolg. Das Jahr ist im Übrigen mit der Vorperiode wegen radikaler Umstrukturierungen nur schwer vergleichbar. Der Konzern hat Unternehmen mit 3,5 Mrd. DM Gesamtumsatz verkauft.

Die Energietechnik hat 145 (169) Mill. DM operatives Ergebnis beigesteuert. Laut Lederer sind darin aber 100 Mill. DM einmalige Aufwendungen für die Umstrukturierung des Gummersbacher Standorts der früheren Kraftwerksfirma Steinmüller enthalten.

Der Schiffbau mit der Kieler Howaldtswerke Werft-Deutsche AG (HDW) hat 80 (71) Mill. DM erwirtschaftet. In diesen Zahlen seien bereits die überraschenden Verluste verdaut, die aus Aufträgen für den Bau von Fähren resultierten. Sie werden auf 200 bis 400 Mill. DM geschätzt. Lederer sagte dazu, die genaue Höhe müsse mit dem Auftraggeber noch ausgehandelt werden.

Im Geschäftsfeld sonstige Beteiligungen, das aus mittelgroßen Maschinen- und Anlagenbauern besteht, fiel ein Gewinn von 25 Mill. DM an nach einem Minus von 50 Mill. DM im Vorjahr. Ohne nicht erwartete Sonderaufwendungen hätte der Bereich 100 Mill. DM erwirtschaftet - eine Zahl, die auch für dieses Jahr angestrebt wird.

Das summierte operative Ergebnis von 250 Mill. DM reduzierte sich durch Aufwendungen der Holding sowie Konsolidierungen auf die genannten rund 200 Mill. DM. Lederer wollte nicht sagen, wie viel davon unter dem Strich übrig bleibt. Es seien noch außerordentliche Aufwendungen von mindestens 110 bis 120 Mill. DM zu berücksichtigen, vor allem aus dem Verkauf des Textilmaschinenherstellers Moenus.

Hohes Ertragspotenzial im Schiffbau

Grundsätzlich sieht der Babcock- Chef das Unternehmen in der Energietechnik (derzeitiger Auftragsbestand 8 Mrd. DM) und im Schiffbau (10 Mrd. DM) "gut aufgestellt". Das Ertragspotenzial der Energietechnik liege in den nächsten drei bis vier Jahren bei 400 Mill. DM. Im Schiffbau betrage es in den kommenden sechs bis sieben Jahren 1 Mrd. DM und bei den sonstigen Beteiligungen 100 Mill. DM pro Jahr.

Erhebliche Einsparungen erwartet der Konzern durch das E-Business. Ab 2003 sollen die Einsparungen jährlich etwa 200 Mill. Euro betragen. Für Analysten ergaben sich kaum neue Erkenntnisse aus den Babcock-Zahlen und Lederers Erläuterungen. Außer bei HSBC, die für "kaufen" plädieren, blieb für die Aktie die Einschätzung "marktkonform" beziehungsweise "neutral" bestehen. Der Kurs der Babcock-Aktie sank leicht um 0,10 auf 46,90 Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%