Gewinnbeteiligungen der Kunden in Gefahr
Lebensversicherer leiden unter Börsenflaute

Der Crash auf Raten an den Aktienmärkten macht den Lebensversicherern zu schaffen. Die miserable Rendite auf dem Börsenparkett hinterlässt Spuren in den Kapitalanlage-Ergebnissen. Unternehmen wie die Mannheimer AG Holding schließen eine Reduzierung der Überschussbeteiligung der Kunden deshalb nicht mehr aus.

jkn FRANKFURT/M. Der Crash auf Raten an den Aktienmärkten macht den Lebensversicherern zunehmend zu schaffen. Die miserable Rendite auf dem Börsenparkett hinterlässt Spuren in den Kapitalanlage-Ergebnissen der Assekuranzen. Unternehmen wie die Mannheimer AG Holding schließen eine Reduzierung der Überschussbeteiligung der Kunden deshalb nicht mehr aus.

"Noch so ein Börsenjahr können wir uns nicht leisten, ohne die Gewinnbeteiligung der Kunden zu senken", sagte Hans Schreiber, Vorstandsvorsitzender der Mannheimer in der vergangener Woche bei der Vorlage der Bilanz 2000. Ein Rückgang der Überschussbeteiligung um 0,5 Prozentpunkte sei durchaus realistisch. "Und das wäre dann natürlich eine branchenweite Entwicklung, keine spezifische der Mannheimer".

Die Mannheimer ist ein gutes Beispiel dafür, welche Folgen die Kursrückschläge an den Weltbörsen auf die Bilanzen der Assekuranzen haben. Denn die Überschussbeteiligung der Lebensversicherungskunden stammt zum großen Teil aus Kapitalerträgen. Der Schwerpunkt der Anlagen liegt bei festverzinslichen Wertpapieren - diese erzielen wegen des niedrigen Zinsniveaus schon seit Jahren zu wenig, um die prognostizierten Leistungen erreichen zu können.

Deshalb haben die Lebensversicherer zuletzt verstärkt auf Aktien gesetzt, damit die Gewinnbeteiligungssätze beibehalten werden können. Die Mannheimer Lebensversicherung AG etwa hat sich eine Nettoverzinsung ihrer Kapitalanlagen von 7,5 % vorgenommen. In den vergangenen Jahren klappte dies immer. Doch um den Wert von 7,7 % im vergangenen Jahr halten zu können, mussten die Mannheimer tief in ihre stillen Reserven greifen.

Bewertungsreserven binnen Jahresfrist halbiert

Die Folge: Die Bewertungsreserven in der Lebensversicherung halbierten sich laut Geschäftsbericht 2000 binnen eines Jahres von 476 Mill. auf 222 Mill. DM.

Noch dramatischer sind die Zahlen unter der Position Aktien, Investmentanteile und andere festverzinsliche Wertpapiere. Hier schmolzen die stillen Reserven von 426 Mill auf nur noch 183 Mill. DM.

Unter dem Strich machten die stillen Reserven der Mannheimer Leben zum Jahresende 2000 nur noch 3,6 % des Buchwerts der gesamten Kapitalanlagen aus. "Natürlich kann man Bewertungsreserven heben, aber irgendwann sind sie aufgebraucht", sagte Schreiber.

Zwar ist es Ulrich Lichtenberg, dem für Asset Management zuständigen Vorstand, gelungen, die Bewertungsreserven in den ersten Monaten dieses Jahres nicht noch weiter absinken zu lassen. Doch Schreiber bleibt vorsichtig. Für das Gesamtjahr 2001 stellte er in der Lebensversicherung eine Nettoverzinsung von 7 % und damit unterhalb der eigenen Vorgaben in Aussicht. Angesichts der aktuellen Verfassung der Kapitalmärkte sei das aber immer noch ein ansehnlicher Wert, meint Schreiber.

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