Gewinne an den Börsen
Stimmung in Technologiebranche ist besser als die Lage

Die Quartalszahlen weltweit führender Technologiekonzerne haben die tendenziell trübe Stimmung in der Branche am Dienstag nur teilweise bestätigt. Eine optimistische Prognose gab insbesondere die Deutsche Telekom ab.

dpa/jr HAMBURG/BONN/NEW YORK. Der Bonner Ex- Monopolist will seinen Gewinn im Geschäftsjahr 2001 wieder zweistellig verbessern. Der Halbleiterkonzern Infineon musste hingegen erwartungsgemäß einen Gewinneinbruch hinnehmen. Allerdings blieb das Ergebnis im Plus - die Zahlen sorgten für eine positive Stimmung an den Börsen.

Compaq litt unter dem schleppenden PC-Geschäft und musste im ersten Quartal Abstriche beim Gewinn machen; eher trübe Ertragsaussichten von Intel und Oracle belasteten die New Yorker Börse. Der europäische Elektronik-Konzern Philips legte seine Pläne zum Bau einer Chipfabrik im thüringischen Erfurt vorerst auf Eis.

Telekom-Vorstandschef Ron Sommer kündigte an, das Unternehmen wolle beim Umsatz in diesem Jahr um 15 % auf 47 Mrd. Euro zulegen. Auch die Erträge sollen im zweistelligen Bereich wachsen. In das Jahr 2001 ist die Deutsche Telekom mit kräftigen Zuwächsen gestartet. In den ersten drei Monaten kletterte der Umsatz um 16 % auf gut elf Mrd. und der Konzernüberschuss vor Firmenwertabschreibungen und UMTS-Kosten um 18 % auf 450 Mill. Euro. Unter dem Strich blieb der Telekom allerdings noch ein Verlust von 400 Mill. Euro. Dieser fiel deutlich niedriger aus als im vierten Quartal des vergangenen Jahres (eine Mrd. Euro).

Im vergangenen Jahr hatte die Telekom vor allem aus der Abgabe von Beteiligungen, dem Teilverkauf des TV-Kabelnetzes und dem Börsengang von T-Online einen Konzernüberschuss von 5,9 Mrd. Euro erwirtschaftet. Das war das beste Ergebnis in der Firmengeschichte. Wie viel es in diesem Jahr wird, ließ Sommer offen. Wegen der angeblich fehlerhaften Immobilienbewertung will die Telekom ihre Bilanz 2001 durch einen zweiten Abschlussprüfer testieren lassen und so der harschen Aktionärskritik begegnen.

Dem Halbleiterkonzern Infineon bescherte der schwache Handymarkt und der Preisverfall bei Speicherchips einen Gewinneinbruch. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2000/01 (30. September) sei das Ergebnis vor Steuern und Zinsen von 253 auf 10 Mill. Euro gesunken. "Die aktuelle Marktsituation in der Halbleiterindustrie bleibt weiter uneinheitlich und schwer vorhersehbar", teilte Infineon am Dienstag mit. Die Quartalszahlen lagen jedoch über den Erwartungen von Analysten. Die deutschen Standardwerte legten daraufhin in Frankfurt deutlich zu.

Der weltweite Rückgang von Nachfrage und Absatz bei Mobiltelefonen wird voraussichtlich keine Folgen für die mehr als 2000 Beschäftigten der Flensburger Mobiltelefon-Fabrik von Motorola haben. Die US- Konzernleitung habe beschlossen, den anderen europäischen Produktionsstandort in Schottland zu schließen, bestätigte das schleswig-holsteinische Wirtschaftsministerium Informationen aus Großbritannien und den USA am Dienstag. Motorola bestätigte die Schließung seines Werkes im schottischen Bathgate. Dadurch verlieren 3100 Menschen ihre Arbeitsplätze, teilte der US-Konzern mit.

JDS Uniphase, amerikanischer Anbieter von Komponenten für die Glasfaserindustrie, hat einen Umstrukturierungsplan vorgelegt. 5000 Stellen sollen gestrichen werden und damit jährlich 250 Mill $ eingespart werden sollen.

Der US-Computerriese Compaq hat im ersten Quartal 2001 durch Preisverfälle auf dem heimischen Markt einen drastischen Gewinnrückgang erlitten. Der Gewinn fiel um 74 % auf 78 Mill. $ (170 Mio DM/87 Mio Euro) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie die Compaq Computer Corporation (Houston/Texas) am Montag nach Börsenschluss mitteilte.

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