Gewinne aus dem Vormittagshandel konnten nicht gehalten werden
Dax und Nemax rutschen weiter ab

Nach schwachem Start und einem kurzen Ausflug in die Gewinnzone fanden sich die Standardwerte am Nachmittag in der Verlustzone wieder.

dpa FRANKFURT/MAIN. Frostige Zeiten für die deutschen Aktien zum kalendarischen Winterbeginn: Der Deutsche Aktienindex Dax rutschte nach seinem Absturz vom Mittwoch auch am Donnerstag bei unruhigem Handel weiter ab. Nach schwachem Start und einem kurzen Ausflug in die Gewinnzone fanden sich die Standardwerte am Nachmittag in der Verlustzone wieder: Der Dax gab 1,02 Prozent auf 6 185 Punkte nach.

Auch der Neue Markt fand noch keinen Boden. Der Nemax 50 der wichtigsten Wachstumswerte verlor 1,89 Prozent auf 2 709 Zähler. Die 70 mittelgroßen Werte im MDax sanken um 1,65 Prozent auf 4 568 Zähler.

Der Handel sei "verrückt", sagte Knut Hochwald, Händler bei der Hamburger Sparkasse. Es gebe einen regelrechten "Käuferstreik" und kleinste Verkaufsaufträge würden bei der geringen Zahl der gehandelten Aktien die Kurse nach unten treiben. Viele Bewegungen am Markt seien deshalb eher "zufallsbedingt". Wenn es im Handel noch durch die Decke gehe, "dann durch die Kellerdecke".

Die meisten Standardwerte verloren und die wenigen Gewinner im Dax wechselten in schneller Folge ihren Platz auf dem Siegertreppchen. Wer gerade noch im Plus gelegen hatte, konnte ebenso schnell wieder auf die Verliererstraße geraten.

Das galt unter anderem für die Aktie des Walldorfer Softwarekonzerns SAP . Die Erholung von den massiven Vortagesverlusten war nur vorübergehend. Nachdem das Papier zwischenzeitlich mehr als vier Prozent zugelegt hatte, stand der Wert am Nachmittag mit 4,64 Prozent bei 137,70 Euro im Minus.

Stärkster Verlierer war die Deutsche Telekom: Der Titel büßte 4,97 Prozent auf 33,25 Euro ein und lag zwischenzeitlich sogar unter 33,00 Euro. Das treibt den Bonnern die Sorgenfalten auf die Stirn: Eine längere Notierung unter dieser Marke gibt den Aktionären des US- Telekommunikationsunternehmens Voicestream das Recht, vom Übernahmeangebot der Telekom zurückzutreten.

Die Aktien von Siemens gehörten am Nachmittag mit plus 1,35 Prozent auf 131,75 Euro zu den größten Gewinnern im Dax. Das Unternehmen soll künftig zusammen mit Nortel Networks und Nokia die Technik für das UMTS-Netz an die Telekom-Tochter T International-Mobile liefern.

Die im Euro Stoxx 50 zusammengefassten großen europäischen Werte notierten mit minus 1,1 Prozent auf 4 591 Zählern etwas schwächer. Auch die Börsen in London, Paris und Madrid wiesen Verluste auf.

Der Euro gewann weiter auf 0,9154 US-Dollar. Ein Dollar wurde für 2,1366 DM gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 0,9146 (Mittwoch: 0,9059) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,1385 (2,1590) DM.

Der Rentenmarkt bewegte sich kaum. Sowohl der Bund-Future bei 108,42 Punkten als auch der Rentenindex Rex bei 112,34 Zählern blieben nahezu unverändert.

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