Gewinneinbruch bei Kugelfischer
INA mit FAG-Übernahme fast am Ziel

Die Aktionäre der FAG Kugelfischer AG haben offenbar den Weg für die Übernahme durch die INA Holding Schaeffler KG geebnet.

mm/jojo FRANKFURT/MÜNCHEN. Das endgültige Ergebnis des Kauf-Angebots wird zwar erst am Mittwoch vorliegen, aber es sei fast sicher, dass INA am Ende mehr als 75 % der FAG-Anteile halten werde, hieß es am Montag in Bankenkreisen.

Am Montag endete das Angebot von INA, FAG-Aktien für 12 Euro pro Stück zu übernehmen. Dies entspricht einem Aufschlag von 65 % gegenüber dem letzten Kurs vor Ankündigung der Übernahme. An der Börse hat sich INA bereits mindestens 23 % der Aktien gesichert, weitere 7 % hat zudem die INA-Miteigentümerin Maria-Elisabeth Schaeffler erworben.

Verzögerung durch Eingreifen der Wettbewerbsbehörde

Durch das Eingreifen der amerikanischen Wettbewerbsbehörde FTC wird sich die Übernahme allerdings wohl um mehrere Wochen verzögern. Die Amerikaner hatten am Wochenende zusätzliche Informationen zu dem Fall angefordert. "Wir haben geprüft, ob wir die Transaktion nicht doch abschließen können, aber leider geht das rechtlich nicht", verlautete es gestern aus Kreisen, die mit der Übernahme vertraut sind. Der Abschluss werde sich deshalb möglicherweise um vier oder sechs Wochen verschieben. Ursprünglich wollte INA den Kaufpreis am 29.10. auszahlen. Trotz der Verzögerung sei die Übernahme selbst aber nicht in Gefahr.

Vom Einspruch der FTC wurde INA offenbar überrascht. Aus den USA habe man nicht mit Bedenken gerechnet, deshalb habe man sich voll auf die Wettbewerbskommission der Europäischen Union konzentriert. Die EU hatte den Deal bereits am Donnerstag genehmigt.

FAG-Aktie verharrte bei rund 12 Euro

Die FAG-Aktie verharrte am Montag bei rund 12 Euro, also dem von INA gebotenen Preis. Seit Montag werden zwei Aktienarten von FAG gehandelt: Die normalen FAG-Papiere und unter einer eigenen Wertpapierkennnummer "zum Verkauf eingereichte FAG Kugelfischer-Aktien". Da über letztere nur eingeschränkt verfügt werden kann, notierten diese Aktien nur bei 11,93 Euro. Mit beiden Papieren wurden außergwöhnlich hohe Stückzahlen gehandelt. Dies deutet darauf hin, dass sich INA weiter mit FAG-Aktien eindeckt.

Trotz der Übernahme durch INA plant der Wälzlager-Konzern FAG selbst, weitere Firmen zu kaufen. Nach kleineren Akquisitionen in den vergangenen Monaten sollen bis Jahresende zwei Unternehmen übernommen werden, die einen dreistelligen Millionenbetrag zum Umsatz beitragen, sagte am Montag ein Sprecher.

Von Juli bis September ging das Geschäft des Schweinfurter Konzerns merklich zurück. So lag der FAG-Umsatz mit 533 Mill. Euro deutlich unter den Einnahmen der beiden vorangegangenen Quartale. Im ersten Quartal des Jahres hatte das Unternehmen noch 564 Mill. Euro eingenommen, von April bis Mai waren es 569 Mill. Euro.

Auch der Gewinn brach ein: Im dritten Quartal erwirtschaftete der Konzern ein Vorsteuerergebnis von 21 Mill. Euro gegenüber 29 Mill. Euro im ersten Quartal und 35 Mill. Euro im zweiten Quartal. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich auf Neun-Monats-Basis allerdings ein Wachstum von 20 % des Vorsteuerergebnisses und 1,9 % des Umsatzes. Wegen der weltweiten Wirtschaftsschwäche erwartet FAG auch für den Rest des Jahres verhaltene Geschäftsaussichten. Das Vorsteuerergebnis soll dennoch zweistellig zulegen und auch der Umsatz deutlich über dem Vorjahreswert liegen.

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