Gewinneinbruch bestätigt
CS Group blickt mit Vorsicht auf 2002

Nach einem Gewinneinbruch im Jahr 2001 gibt sich der Schweizer Finanzkonzern CS Group vorsichtig für das laufende Jahr. Die Nummer Zwei der Schweizer Grossbanken sieht noch keine eindeutigen Anzeichen für eine Besserung der Lage in der Finanzdienstleistungsindustrie.

Reuters ZÜRICH. Das erste Quartal entwickle sich noch eher uneinheitlich, sagte CS-Finanzchef Philip Ryan am Dienstag zu Reuters. Es sei bei den Einnahmen eher noch dem zweiten Halbjahr 2001 ähnlich. Das vierte Quartal schloss die CS Group nach hohen Einmalaufwendungen vor allem im Investmentbanking mit einem Verlust von 830 Mill. sfr ab nach einem Verlust von knapp 300 Mill. im Quartal davor. Im Schlussquartal des Jahres 2000 hatte die Bank noch einen Gewinn von 590 Mill. sfr erzielt.

"Wir dürften nun am schwächsten Punkt des Zyklus sein," sagte Ryan weiter. Alles in allem gebe das erste Quartal nicht viel her. "Der Januar war okay; der Februar war ein sehr schwacher Monat, der März sieht einigermassen vernünftig auf."

Bei der Beurteilung der Aussichten für 2002 bleibe die CS Group weiteren Angaben zufolge zurückhaltend. Es sei damit zu rechnen, dass die Erträge der Investmentbank Credit Suisse First Boston (CSFB) unter dem Vorjahresniveau liegen würden. Das Ergebnis des Vermögensverwaltungsbereichs Credit Suisse Financial Services dürfte den Vorjahreswert nicht übertreffen.

Für das ganze Jahr 2001 verzeichnete die CS Group einen Rückgang des Reingewinns um 73 % auf 1,6 Mrd. sfr. An Stelle einer Dividende soll wie im Vorjahr wieder eine Nennwertrückzahlung von zwei sfr je Aktie vorgenommen werden. Mit der Ausschüttung wolle die CS Group signalisieren, dass die Aussichten gut seien und dass die Gruppe in der Zukunft gute Erträge und Gewinne generieren könne. "Es gibt keinen Grund, die Dividende zu kürzen," sagte der Finanzchef.

Die verwalteten Vermögen betrugen per Jahresende 1425,5 Mrd. sfr, dies entsprach einer Zunahme über das Jahr von 2,4 %. Der Nettozufluss an Neugeldern betrug 66,4 Mrd. sfr oder 4,8 % der verwalteten Vermögen.

Unbefriedigend war laut Konzernchef Lukas Mühlemann das Ergebnis im Investmentbanking CSFB. CSFB kam im Berichtsjahr auf einen Reinverlust von 1,6 Mrd. sfr nach einem Reingewinn von 2,4 Mrd. sfr im Vorjahr. Das Ergebnis wurde durch Sonderfaktoren über 1,1 Mrd. sfr belastet; es ging um Kostensparprogramme sowie Vergleichszahlungen in den USA im Zusammenhang mit umstrittenen Zuteilungspraktiken bei Börsengängen. Dazu kamen noch Abschreibungen.

CSFB wird, so sagte John Mack, der neue Chef des Bereiches, weiter Personal abgebaut werden. Auch die bisher oft sehr hohen Boni soll es nicht mehr geben. Durch die Kostensenkungen sollte sich das Ergebnis verbessern, auch wenn die Einnahmen zurückgehen sollten. Im letzten Jahr habe CSFB die ursprünglichen Sparziele übertroffen.

An der Börse gab die CS-Aktie in der ersten halben Stunde um 2,1 % auf 61,70 sfr nach.

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