Gewinneinbruch fällt wie erwartet aus
MLP-Geschäftsmodell funktioniert noch

Das schwächere Geschäft mit Krankenversicherungen und die geänderte Rückversicherungspraxis haben beim Finanz- und Versicherungsmakler MLP im ersten Quartal 2003 zu einem Gewinneinbruch geführt. Damit entsprach MLP jedoch fast punktgenau den Erwartungen der Analysten.

Reuters HEIDELBERG. Das Ergebnis vor Steuern sank gegenüber dem Vorjahr um annähernd zwei Drittel auf 8,5 Mill. von 24,5 Mill. ?, wie MLP am Dienstag mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten mit 8,7 Mill. ? gerechnet. Die Gesamterlöse stiegen bereinigt um die Umsätze der Ende 2002 verkauften Österreich-Tochter MLP Leben um sieben Prozent auf 233,7 Mill. ?. An dem Ziel, 2003 bei leicht steigenden Erlösen ein Ergebnis vor Steuern von mindestens 65 Mill. ? zu erreichen, hielt MLP fest.

Der Gewinnrückgang ist nach Angaben von MLP vor allem auf die weitgehende Aufgabe der umstrittenen Praxis zurückzuführen, das Neugeschäft in der Lebensversicherung durch die Weitergabe an Rückversicherer vorzufinanzieren. Dies habe das Ergebnis mit allein 8,8 Mill. ? belastet, hieß es. MLP hatte seine Rückversicherungspolitik nach heftiger Kritik erst im Februar umgestellt. Wegen eines deutlich schwächeren Neugeschäfts mit privaten Krankenversicherungen halbierte sich das Ergebnis im Vertrieb zudem auf 7,4 (Vorjahr: 16,0) Mill. ?. Der Verkauf von Lebensversicherungen sei dagegen um 20 % gestiegen, hieß es. Analyst Hartmuth Höhn von der Berenberg Bank äußerte sich positiv zu dem Quartalsausweis: "Die MLP-Zahlen sind etwas besser als meine Erwartungen. Das Versicherungsgeschäft scheint erfreulich zu laufen. Insgesamt zeigt sich, dass das Geschäftsmodell von MLP noch funktioniert", sagte er.

Bereits im April hatte MLP mitgeteilt, dass die Kundenzahl in den ersten drei Monaten 2003 um 13 000 auf 518 000 gestiegen war. Bis zum Jahresende will MLP auf 575 000 Kunden kommen. Die nach einer hohen Fluktuationsrate im vergangenen Jahr gesunkene Zahl der Berater stieg bis Ende März um 165 auf 2895. Sie gilt als Maßstab für das Potenzial von MLP, neue Kunden zu gewinnen.

Im vierten Quartal 2002 hatte MLP auch nach Bereinigung um alle Einmaleffekte nach Berechnungen von Analysten rote Zahlen geschrieben. 2002 war der Konzern wegen diverser Sondereffekte insgesamt tief in die roten Zahlen gerutscht.

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