Gewinneinbruch von Juniper belastet
Dax schließt schwächer

Der Deutsche Aktienindex (Dax) hat am Donnerstag in einem umsatzschwachen Handel rund ein Prozent nachgegeben und dabei nach Angaben von Händlern vor allem unter der Gewinnwarnung des US-Netzwerkausrüsters Juniper gelitten.

rtr FRANKFURT. Insgesamt sei das Geschäft eher lust- und richtungslos verlaufen, sagte ein Börsianer. Die Aktien von E.ON und RWE führten zeitweise die Gewinnerliste des Dax an, nachdem das Bundeskartellamt die geplanten Fusionen ihrer Tankstellentöchter Aral und Dea mit BP und Shell genehmigt hatte. Nach der Warnung vor drastisch schrumpfenden Gewinnen durch JuniperNetworks am Nachmittag gaben unter anderem Siemens-Aktien nach und zogen den zuvor knapp behaupteten Markt der Standardtitel deutlich ins Minus.

Der Dax schloss mit 4934 Punkten 1,01 % unter seinem Vortagesschluss, nachdem er im Tagesverlauf zeitweise noch 0,85 % im Plus gelegen hatte. Allein in der Schlussaktion nach 20.00 Uhr verlor der Dax noch mehr als ein halbes Prozent. Am Neuen Markt gab der Auswahlindex Nemax50 rund 2,2 % auf 1157 Zähler nach, während der Nebenwerteindex MDax 0,1 % auf 4189 Stellen stieg. Im US-Handel lag der Dow Jones bei Frankfurter Handelsschluss 0,4 % tiefer bei 10 028 Punkten und der technologielastige Nasdaq-Index 2,3 % schwächer bei 1937 Zählern.

Juniper hatte vor US-Börseneröffnung mitgeteilt, der Gewinn im vierten Quartal werde rund 50 % unter den bisherigen Prognosen liegen. Die Aktien des Netzwerkausrüsters fielen daraufhin im US-Handel um 15,87 % auf 19,29 Dollar und belasteten Händlern zufolge den gesamten Technologiesektor. Zudem führten Marktteilnehmer die Schwäche am US-Markt auf Sorgen der Anleger über die finanziellen und politischen Probleme in Argentinien zurück. Ein Händler in Deutschland sagte, es erstaune ihn, dass Argentinien hier keine Rolle spiele. Er habe damit gerechnet, dass die Wirtschaftskrise in dem Land die Finanztitel auch in Deutschland belasten würde. Ein anderer Händler sagte dazu indes, die Entwicklung in Argentinien habe sich seit längerem abgezeichnet und sei daher schon in den Kursen enthalten.

Am deutschen Markt gebe es offenbar ein Interesse, den Dax unterhalb von 5000 Punkten zu halten, sagte ein Börsianer mit Blick auf den dreifachen Verfallstermins an den Terminmärkten am Freitag. Angesichts der geringen Umsätze seien Kursschwankungen bei einzelnen Aktien nicht überzubewerten. Ein anderer Börsianer sagte, die Marktbewegung werde vor allem vom Dax-Future vorgegeben. Da noch 25 Mill. Kontrakte offen seien, erwarte er für den Handel am Freitag größere Kursbewegungen. Unter den deutschen Technologiewerten verloren Siemens 2,02 % auf 69 ?. Infineon verbilligten sich um 5,13 % auf 22,20 ?, Epcos um 1,79 % auf 55 ? und SAP um 3,25 % auf 142,90 ?. Ein Börsianer verwies allerdings darauf, dass es in dem relativ umsatzschwachen Handel schon bei geringen Verkäufen zu größeren Kursbewegungen komme, die dann auch auf den Gesamtmarkt durchschlagen würden.

Eon und RWE drehten gegen Ende der Börsensitzung ins Minus, nachdem sie zuvor jeweils rund zwei Prozent fester notiert hatten. Eon schlossen 0,26 % niedriger bei 54,70 ? und RWE gaben 0,39 % auf 40,89 ? ab. Das Bundeskartellamt hatte am Donnerstag die Genehmigung der Tankstellenfusionen von Shell und RWE-Dea sowie von BP und der zum Eon-Konzern gehörenden Kette Aral unter strikten Auflagen angekündigt. Analysten begrüßten die Trennung der beiden Versorger von ihren Tankstellengeschäften, die nicht zu ihren Kerngeschäftsbereichen gehörten.

Zu den wenigen Gewinnern im Dax zählten die Aktien der Münchener Rück, die um 0,79 % auf 293,50 ? zulegten. Die am Mittwoch bekannt gegebenen Synergieeffekte aus der Kooperation mit der HypoVereinsbank würden sich weiter positiv auswirken, sagten Händler. Die Aktien der HypoVereinsbank verloren indes 1,09 % auf 32,64 ?.

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