Gewinner wird am 26. Mai ausgezeichnet
Stelldichein der Film-Stars in Cannes

Erstmals mit Woody Allen und zum neunten Mal in Folge ohne einen deutschen Beitrag im Hauptwettbewerb finden die Filmfestspiele von Cannes statt. Bis zum Sonntag kommender Woche kämpfen 22 Filme aus 15 Ländern um die begehrte "Goldene Palme". Zur Eröffnung am Mittwoch brachte Allen seine neue Komödie "Hollywood Ending" an die Croisette mit.

WiWo/ap/rtr CANNES. Jurypräsident des 55. Festivals ist US-Regisseur David Lynch, der selbst vor zwölf Jahren für "Wild at heart" die höchste Auszeichnung von Cannes gewann. Unter den Jury-Mitgliedern ist auch Hollywood-Schauspielerin Sharon Stone. Vier französische Filme und jeweils drei aus den USA und Großbritannien bewerben sich um die Nachfolge von Nanni Morettis "Das Zimmer des Sohnes", dem Vorjahressieger. Der Gewinner wird am 26. Mai bekannt gegeben.

Drei Regisseure im Wettbewerb sind bereits mit einer "Goldenen Palme" ausgezeichnet worden: Die Belgier Luc und Jean-Pierre Dardenne, die "Le Fils" präsentieren, der Brite Mike Leigh ("All or Nothing") und Abbas Kiarostami aus Iran ("10"). Mit Spannung werden auch die Filme des Franzosen Gaspard Noé ("Irréversible" mit Monica Bellucci), des Altmeisters Roman Polanski ("The Pianist") und des Kanadiers David Cronenberg ("Spider") erwartet.

Im Zeichen des Nahostkonflikts haben die Organisatoren die Streifen des Palästinensers Elia Suleiman ("Intervention divine") und des Israelis Amos Gitai ("Kedma") als "Manifeste des Friedens" in den Hauptwettbewerb geladen. "Russian Ark" des Russen Alexander Sokurow ist eine deutsche Co-Produktion.

Zur offiziellen Eröffnung wollte Woody Allen außer Konkurrenz sein "Hollywood Ending" präsentieren, die Geschichte eines erblindeten Regisseurs. Der festivalscheue Allen erklärte, er sei der Einladung nach Cannes gefolgt, weil Frankreich seine Filme immer geliebt habe. Dafür wolle er sich nun revanchieren. Zudem passe seine neue Komödie, die im Kinomilieu spielt, für ein solches Festival ganz besonders.

In der Zeitung "Le Monde" kritisierte Allen Boykottaufrufe jüdischer Organisationen als "schwachsinnig und lächerlich". Der American Jewish Congress hatte die aktuelle Situation in Frankreich mit der des Jahres 1942 verglichen und Juden wegen der Welle antisemitischer Übergriffe in Frankreich von einer Reise nach Cannes abgeraten. Allen verwies auf das Ergebnis der Präsidentschaftswahl, das Frankreich zur Ehre gereiche.

Am Rande des Festivalglamours mit Stars und Sternchen - unter anderem haben sich die Schauspieler Jack Nicholson, Leonardo DiCaprio und Cameron Diaz angekündigt - wickelt die Kinobranche in den zwölf Tagen wieder zahlreiche Geschäfte ab. "Cannes ist und bleibt das wichtigste Filmfestival auch unter wirtschaftlichem Aspekt", sagte Susanne Reinker von der Export-Union des deutschen Films. Während des Festivals werde über schätzungsweise mehr als 1 000 Produktionen verhandelt.

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