Gewinnmitnahmem bei T-Online
Stimmung am Neuen Markt ist gedrückt

Wachsende Befürchtungen wegen eines möglichen US-Militärschlags gegen Irak und die generell schwachen Aussichten für die deutsche Konjunktur haben Händlern zufolge am Mittwoch die Stimmung am Neuen Markt eingetrübt. Geprägt wurde das Geschäft von Geschäftszahlen zahlreicher Unternehmen, darunter auch T-Online.

Reuters FRANKFURT. T-Online-Titel verloren zeitweise knapp vier Prozent, obwohl der Internet-Anbieter mit seinen Quartalsergebnissen die Erwartungen der Analysten übertraf und die Prognosen für das Gesamtjahr anhob. Börsianer erklärten dies mit Gewinnmitnahmen nach den Kursgewinnen der jüngsten Zeit. Im Rampenlicht standen außerdem erneut die Titel von Mobilcom, die von der Hoffnung auf eine Rettung des Unternehmens beflügelt zeitweise um mehr als 40 Prozent zulegten.

Der Auswahlindex Nemax50 lag am Nachmittag 2,5 Prozent im Minus bei 412 Zählern. Der Nemax All Share verlor unterdessen 2,3 Prozent auf 455 Punkte.

Die Aktien von T-Online lagen am Nachmittag 4,4 Prozent im Minus bei 7,23 Euro, nachdem sie in den vergangenen Tagen knapp neun Prozent zugelegt hatten. Es sei nicht sehr überraschend, dass die Zahlen deutlich besser ausgefallen seien, als von den Analysten ursprünglich prognostiziert, sagte ein Analyst und verwies auf das nach den Prognosen bekannt gewordene Zeitungsinterview der T-Online-Chefs Thomas Holtrop vom Wochenende. Holtrop hatte in dem Interview erklärt, der größte europäische Internet-Anbieter werde seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr wohl übertreffen.

Medion lieferte gute Zahlen

Die Titel von Medion verbilligten sich unterdessen um 1,3 Prozent auf 38,10 Euro. Der Elektronikhändler konnte trotz der Konsumflaute für das dritte Quartal Geschäftszahlen am oberen Ende der Expertenschätzungen präsentieren. Die guten Chancen für das weitere Wachstum seien aber bereits im Aktienkurs enthalten, teilte der Analyst Felix Ellmann von SES Research in einer Kurzstudie mit.

Unterdessen gaben die Titel von Medigene um 6,4 Prozent auf 3,96 Euro nach. Das Unternehmen hat seinen Verlust in den ersten neun Monaten deutlich ausgeweitet und rechnet für das Gesamtjahr mit einem deutlich höheren Fehlbetrag als zunächst vorhergesagt.

Am Nachmittag lagen die Papiere von MobilCom noch knapp 26 Prozent im Plus bei 4,35 Euro und gehörten damit zu den wenigen Gewinnern im Nemax50. Zuvor hatte Reuters aus verhandlungsnahen Kreisen erfahren, für die Anteile des Firmengründers und Hauptaktionärs Gerhard Schmid werde ein neuer Treuhänder gesucht. Bislang waren die Verhandlungen wegen der Weigerung Schmids, einen von der Bundesregierung vorgeschlagenen Treuhänder zu akzeptieren, in eine Sackgasse geraten. Die Übertragung der Schmid-Anteile gilt als Voraussetzung für eine Rettung des Telekom-Anbieters.

Die Papiere von Repower gaben um gut ein Prozent auf 22,40 Euro nach. Am Vorabend hatte die Deutsche Börse mitgeteilt, der einzige Neuzugang am Neuen Markt in diesem Jahr werde zum 30. November Senator Entertainment im Nemax50 ersetzen. Vor der Entscheidung am Dienstag hatten die Repower-Titel bereits knapp zwölf Prozent zugelegt. Die Senator-Aktien brachen dagegen um zwölf Prozent auf 0,59 Euro ein. Der Filmrechte-Händlern hatte am Mittwoch seine Umsatzziele für 2002 drastisch gesenkt.

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