Gewinnmitnahmen bei Technologietiteln
Dax zum Wochenausklang wieder auf Talfahrt

Die deutschen Aktienmärkte haben sich nach der Kurserholung zur Wochenmitte am Freitag mit Ausnahme der Nebenwerte wieder auf Talfahrt begeben. Ein Grund seien die schlechten US-Arbeitsmarktdaten gewesen, hieß es von Händlerseite.

ddp-vwd/vwd FRANKFURT/M. Vor allem Anleger, die auf eine Trendwende der Technologiewerte gehofft hatten, wurden enttäuscht. Der Deutsche Aktienindex (Dax) büßte angeführt von SAP und Deutsche Telekom um 1,29 Prozent auf 5 698,88 Punkte ein.

Trotz der Verluste bezeichneten Händler den Tagesverlauf als hoffnungsvoll, da sich der Dax den einsetzenden Gewinnmitnahmen an Wall Street "recht kräftig entgegengestellt" habe. Nachdem am Nachmittag "wesentlich schlechter als erwartet" ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten publiziert wurden, waren Stimmen zu hören, die US-Konjunktur könne doch in eine Rezession abgleiten. Sie wurden jedoch halbwegs kompensiert von verstärkten Hoffnungen auf Zinssenkungen. Außer den Konsumwerten zeigten sich alle Branchen im negativen Bereich.

Zu den größten Verlierern zählten die Allianz-Titel (-2,55 Prozent auf 305,30 Euro). Die Anleger warteten nach der Übernahme der Dresdner Bank auf konkrete Aussagen zur Strategie des Allfinanzkonzerns, bevor sie weiteres Kapital in das Projekt steckten, hieß es zur Begründung. Freundlich präsentierten sich hingegen nach den Vortagesverlusten Fresenius Medical Care (+7,12 Prozent auf 74,50 Euro) und Deutsche Post (+3,01 Prozent auf 18,47 Euro). Auch Daimler-Chrysler (+0,80 Prozent auf 51,60 Euro) hielten sich gegen den Trend gut behauptet. Der schwäbische Automobilkonzern hatte am Nachmittag ein zweistelliges Absatzplus bei Mercedes-Pkw für das erste Quartal gemeldet. Maschinenbau und Versorger waren weiterhin nicht gefragt.

Auch Technologiewerte gaben infolge von Gewinnmitnahmen ab. SAP verloren deutlich um 4,58 % auf 124,70 Euro. "Drei starke Tage hintereinander sind einfach zu viel", kommentierten Teilnehmer die vergangene Kursentwicklung. Nachdem der Wert an seinem Abwärtstrend von Februar gescheitert ist, sei nun die nächste Unterstützung bei 124,50 Euro "hoffentlich eine gute Kaufgelegenheit", hieß es weiter. Siemens sanken um 1,1% auf 113,87 Euro. Infineon mussten ihre Gewinne von bis über drei Prozent abgeben und gingen mit einem Minus von 0,3% auf 41,65 Euro aus dem Handel. Abgaben nach Gewinnmitnahmen waren bei der Deutschen Telekom zu beobachten. Die Titel gaben um 3,64 % auf 26,21 Euro ab.

Die "Aktie des Tages im DAX" war Fresenius Medical Care (FMC). Sie kletterte um 7,1 % auf 74,50 Euro, da sich der Markt positive Aussagen zu den Schadenersatzansprüchen wegen Asbestverseuchung erhoffte. Diese Befürchtungen hätten die Aktien des Unternehmens stark belastet, berichteten Händler. FMC habe sie mit dem Kauf von NMC 1996 "geerbt". Sollte nämlich NMCs damalige Mutter Grace zahlungsunfähig werden, hätte FMC in die Pflicht genommen werden können.

Eon konnten sich von bis zu fünfprozentigen Verlusten erholen und schlossen mit einem Minus von nur noch 1,7 % auf 51,75 Euro. Hier seien europaweite Umschichtungen von Portfolios der Anlass für die Abgaben gewesen, berichteten Händler.

Wenig Bewegung gab es bei den Nebenwerten. Der MDAX behauptete sich bei 4 492,73 Punkten (+0,07 Prozent). Tagesgewinner waren nach Vortagesverlusten ProSiebenSat1 mit einem Plus von fast 12 Prozent auf glatt 18 Euro. Hochtief legten um knapp 8 Prozent auf rund 25 Euro zu, nachdem der Baukonzern eine Neustrukturierung seiner Geschäftsbereiche angekündigt hatte.

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