Gewinnmitnahmen belasten deutsche Aktien
Dax-Erholung war nur von kurzer Dauer

Von Gewinnmitnahmen belastet hat der Deutsche Aktienindex am Freitag im Minus geschlossen und damit seine jüngste Erholung vorerst beendet. Negativ habe sich auch der Kursrutsch von zeitweise 16 Prozent bei Schering ausgewirkt, sagten Händler.

Reuters FRANKFURT. "Nach einem Anstieg von 700 Punkten in den letzten Tagen ist das einfach eine Konsolidierung, und viele Anleger realisieren vor dem Wochenende ihre Gewinne", sagte ein Frankfurter Aktienhändler. Für die kommende Woche rechneten Börsianer allerdings mit einer Fortsetzung der Aufwärtsbewegung. Schering-Papiere litten unter der verweigerten Zulassung für ein Hormonersatzpräparat durch die US-Gesundheitsbehörde FDA.

Dax beendet Börsenwoche im Minus

Der Dax schloss am Freitag 0,3 Prozent tiefer bei 3163,67 Zählern, gewann aber in der abgelaufenen Woche per saldo acht Prozent. Der Nebenwerte-Index MDax stieg am Freitag um 0,3 Prozent auf 3067,20 Punkte. Am Neuen Markt zog derweil der Auswahlindex Nemax50 um 0,6 Prozent auf 423,29 Zähler an. An der Wall Street lag der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 0,3 Prozent niedriger bei 8296 Stellen, während der Nasdaq-Index 0,6 Prozent auf 1280 Punkte gewann.

Für die kommenden Handelstage prognostizierte Aktienstratege Rolf Elgeti von der Commerzbank einen Anstieg des Dax um weitere zehn Prozent. In den vergangenen sieben Handelstagen war das Börsenbarometer um insgesamt 24 Prozent gestiegen. Auf mittlere Sicht habe der Aktienmarkt allein auf Grund seines günstigen Kursniveaus im Verhältnis zu Anleihen Potenzial nach oben, ergänzte Aktienstratege Ralf Zimmermann von Sal. Oppenheim.

Schering-Aktie auf Talfahrt

Die Papiere von Schering schlossen 12,4 Prozent im Minus bei 46,31 Euro. Das nun von der FDA nicht zugelassene Präparat Angeliq sei zusammen mit der bereits zugelassenen Anti-Baby-Pille Yasmin die Hauptträger der US-Expansion von Schering gewesen, erläuterte Pharma-Analyst Ulrich Huwald von MM Warburg. Am Markt herrsche nun Unsicherheit über die weitere Expansion auf dem wichtigen US-Markt und die Ergebnisentwicklung bei Schering.

Unterdessen verloren die Titel von HypoVereinsbank und Deutscher Bank 2,3 Prozent auf 16,91 Euro beziehungsweise ein Prozent auf 46,15 Euro. "Der Markt legt einfach eine Pause ein, um einige Gewinne zu realisieren", sagte ein Börsianer. "Darüber muss man sich keine Sorgen machen, es wird bald wieder mehr gekauft."

Gegen den Branchentrend setzten die Aktien von MLP ihren Höhenflug fort und verteuerten sich um 6,4 Prozent auf 12,61 Euro. Händler sagten, wie bereits in den vergangenen Tagen handele es sich um eine Reaktion auf die massiven Verluste der vergangenen Monate. Seit Jahresbeginn haben die Papiere knapp 85 Prozent ihres Wertes eingebüßt.

Technologiewerte zeichnen uneinheitliches Bild

Die Aktien von SAP setzten nach den unerwartet gut ausgefallenen Geschäftszahlen vom Vortag ihren Aufschwung fort. Sie stiegen um 5,1 Prozent auf 72,65 Euro. Analysten äußerten sich besonders positiv über die Sparmaßnahmen, die dem Software-Hersteller trotz der aktuellen Konjunkturflaute gute Gewinne bescherten. Weitere Unterstützung erhielten die Papiere von den unerwartet gut ausgefallenen Geschäftszahlen und der angehobenen Prognose des US-Softwarekonzerns Microsoft.

Kurssprung bei Mobilcom

Am Neuen Markt kletterten die Aktien von Mobilcom um 35 Prozent auf 3,91 Euro. Zeitweise hatte sich ihr Wert sogar verdoppelt. Mobilcom steht Unternehmenskreisen zufolge vor einer Einigung mit dem Großaktionär France Telecom über einen Schuldenerlass. Der französische Konzern dementierte dies allerdings. "Bei einer Einigung ist Mobilcom wieder überlebensfähig", sagte ein Händler.

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