Gewinnmitnahmen belasten deutsche Aktienmärkte
Dax im Minus

Die deutschen Aktienmärkte sind am Freitag Aktienhändlern zufolge von Gewinnmitnahmen bei den zuletzt gut gelaufenen Technologiewerten gedrückt worden. Mit einem schwachen Börsenauftakt in den USA weitete der Deutsche Aktienindex (Dax) seine Verluste etwas aus und notierte am späten Nachmittag 0,8 % im Minus bei 6 134 Zählern.

rtr FRANKFURT. Bei den Wachstumswerten des Neuen Marktes und den Nebenwerten im MDax ging es ebenfalls bergab. "Es herrscht nach den guten Börsentagen in dieser Woche Freitagsstimmung", sagte ein Händler.

Gewinnmitnahmen prägten Händlern zufolge auch das Handelsgeschehen an den US-Aktienmärkten und drückten die Indizes in die Verlustzone. Nach rund 90 Handelsminuten verbuchte die Technologiebörse Nasdaq ein Minus von rund einem Prozent bei 2 160 Punkten. Der Standardwerteindex Dow Jones notierte mit einem Abschlag von 0,8 % bei 10 610 Zählern. Nach den kräftigen Kursanstiegen der vergangenen Tage seien Gewinnmitnahmen nur natürlich, sagte Frank Albrecht, Aktienhändler bei M.M. Warburg. "Sowohl die Nasdaq als auch der Dow Jones sind kurzfristig überkauft", sagte der Aktienexperte mit Blick auf technische Handelsindikatoren.

Albrecht zeigte sich jedoch in Anbetracht der nachgebenden Märkte gelassen. Die Situation am deutschen Markt habe sich deutlich verbessert. "Bei der letzten außerordentlichen US-Zinssenkung vor drei Monaten ist der Markt ein paar Tage später schon wieder zusammengebrochen", erinnerte der Händler. Dieses Szenario sei diesmal nicht eingetreten. Es könne zwar durchaus sein, dass der Dax auf 6 000 Punkte nachgeben werde, von stärkeren Abwärtstendenzen gehe er aber nicht aus, sagte Albrecht. Die US-Notenbank Fed hatte am Mittwoch überraschend die Leitzinsen um 50 Basispunkte gesenkt und damit an den internationalen Aktienmärkten ein Kursfeuerwerk ausgelöst.

Mobiltelefon-Hersteller belasten

Die größten Abschläge an der deutschen Börse verbuchten die Technologiewerte, die Händlern zufolge neben Gewinnmitnahmen zudem von den gesenkten Geschäftsprognosen der Mobiltelefon-Hersteller Ericsson und Nokia belastet wurden. Nokia behauptete sich bei hohen Umsätzen an der Börse knapp, während Ericsson-Titel einbrachen. Infineon gaben um 3,8 % nach, Epcos und Siemens verbilligten sich um jeweils rund ein Prozent, Deutsche Telekom sanken um 2,1 %. Die seit Anfang April um rund 60 % gestiegenen Aktien von SAP gaben um rund zwei Prozent auf 165,40 Euro nach, nachdem sie am Vortag nach Veröffentlichung unerwartet gut ausgefallener Quartalszahlen des Softwarekonzerns noch kräftig zugelegt hatten.

Auf der Gewinnerseite standen mehrheitlich weniger schwankungsanfällige Werte, die Händlern zufolge von der jüngsten Zinssenkung der US-Notenbank profitierten. "Die aggressive Zinssenkung hilft der Konjunktur und das beflügelt die defensiven Werte", sagte Aktienhändler Albrecht. Zu den größten Gewinnern gehörten die Titel von MAN , die um rund fünf Prozent auf 30,72 Euro anzogen. Thyssen-Krupp stiegen um 3,3 % auf 17,84 Euro. Auch die Autowerte zogen weiter an, was Händler unter anderem auf Sektorrotationen zurückführten. Investoren zögen ihr angelegtes Kapital aus den Technologieaktien ab und kauften stattdessen unterbewertete Werte der "Old Economy", hieß es.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%