Gewinnmitnahmen belasten
US-Börsen legen Atempause ein

Die US-Aktienmärkte haben am Dienstag nach dem jüngsten Aufwärtstrend eine Verschnaufpause eingelegt und nach Gewinnmitnahmen schwächer geschlossen. Die Technologiebörse Nasdaq wurde nach Händlerangaben vor allem durch Einbußen bei den Chipwerten belastet. Die Herabstufung der Aktien der Telefongesellschaft SBC Communications durch eine Investmentbank habe die Standardwerte getroffen.

Reuters NEW YORK. Der Dow-Jones-Index verlor zum Schluss 1,32 % auf 8 872,07 Punkte. Der Nasdaq-Index gab 1,29 % auf 1 376,57 Zähler nach. Auch der breiter gefasste S&P-500-Index büßte 1,40 % auf 937,43 Punkte ein.

"Der Markt ist in kurzer Zeit 1 500 Punkte nach oben gegangen, also legen wir eine Atempause ein", sagte Alan Ackerman, Marktstratege bei dem Brokerhaus Fahnestock & Co. "Die Tech- und Telekom-Werte und die Finanzaktien sind alle durch Gewinnmitnahmen unter Druck, aber insgesamt zeigt sich der Markt beachtlich widerstandsfähig." Die US-Börsen hatten sich in den vergangenen Tagen kontinuierlich von ihren jüngsten Tiefständen erholt. Der Dow-Jones-Index hatte am Vorabend bei einem Stand von 8 990 Punkten auf seinem höchsten Niveau seit fünf Wochen geschlossen.

Die Titel der Telefongesellschaft SBC gaben rund 7,3 % auf 27,68 $ nach und drückten damit die Standardwerte insgesamt. Die Investmentbank UBS Warburg hatte die Titel von drei großen regionalen US-Telefongesellschaften auf "halten" von zuvor "kaufen" heruntergestuft und die Gewinnprognosen sowie die Kursziele für zwölf Monate gesenkt. Den Unternehmen dürfte es schwer fallen, ihre Ziele für 2003 zu erreichen, hieß es zur Begründung. Die Aktien der BellSouth Corp büßten rund 4,5 % auf 25,50 $ ein. Die Titel von Verizon Communications verloren rund 5,3 % auf 31,80 $.

Die Titel des finanziell angeschlagenen US-Telekommunikationsunternehmens Qwest Communications International legten dagegen kräftig um rund 32 % auf 2,95 $ zu. Das Unternehmen hatte zuvor mitgeteilt, seine Telefonverzeichnis-Sparte für rund sieben Mrd. $ an zwei private Investmentfonds verkauft zu haben. Die Aktien der Telefongesellschaft AT&T Corp stiegen um rund 3,9 % auf 11,18 $. Die Investmentbank J.P. Morgan hatte ihre Bewertung für die Aktien des größten Anbieters von Ferngesprächen in den USA angehoben und dies mit einer höheren Nachfrage der Geschäftskunden begründet.

An der Nasdaq verloren nach dem jüngsten kräftigen Anstieg vor allem die Werte von Chipunternehmen und deren Zulieferern. Der Halbleiterindex der Philadelphia Stock Exchange büßte rund 4,8 % ein. Die Aktien der Chipausrüster Novellus Systems und KLA Tencor verloren jeweils rund fünf Prozent auf 29,27 $ beziehungsweise 38,74 $.

Die Titel des Netzwerkausrüsters Cisco Systems notierten kaum verändert mit plus 0,07 % auf 14,73 $. Das Unternehmen wird durch die angekündigte Übernahme von Andiamo Systems in einem Teilbereich zu einem direkten Konkurrenten von Brocade Communications und McData. Brocade-Aktien verloren rund 2,7 % auf 15,74 $, die Titel von McData gaben rund 2 % auf 10,14 $ nach.

Die Quartalsbilanz der weltgrößten Baumarkt-Kette Home Depot sei von den Anlegern positiv aufgenommen worden, sagten Händler. Die Titel stiegen um rund 4,2 % auf 30,25 $. Home Depot hatte zuvor mitgeteilt, der Gewinn im abgelaufenen Quartal sei wegen Kosteneinsparungen und niedriger Bauzinsen überraschend stark gestiegen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,31 Mrd. Aktien den Besitzer. 1282 Werte legten zu, 1944 gaben nach und 178 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,49 Mrd. Aktien 1353 im Plus, 1994 im Minus und fünf unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 1-3/32 auf 101-26/32. Sie rentierten mit 4,1 %. Die 30-jährigen Bonds kletterten 1-9/32 auf 106-3/32 bei einer Rendite von 4,9 %.

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